Klima-Protest:Klimaschützer blockieren erstmals Straße in Potsdam

Ein Klimaaktivist der Umweltschutzbewegung „Letzte Generation“ klebt mit der Hand auf einer Straße. (Foto: Lennart Preiss/dpa/Symbolbild)

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Potsdam (dpa /bb) - Klimaschutz-Aktivisten haben am Montag erstmals eine Straße in der Innenstadt von Potsdam blockiert. Sechs Mitglieder der Letzten Generation klebten sich nach Angaben der Polizei an der Fahrbahn oder an anderen Teilnehmern der Protestaktion fest. Die Aktivisten forderten von der Bundesregierung die Einberufung eines Gesellschaftsrates als Notfallsitzung der Bevölkerung, der angemessene Schutzmaßnahmen gegen den Klimakollaps auf den Weg bringen solle. Die Aktion war Teil von Protestaktionen der Gruppe in Städten im gesamten Bundesgebiet.

Nach Angaben von Thomas Simonis, Leiter des Polizeireviers Potsdam, dauerte die Protestaktion auf einer der zentralen Verkehrsachsen der Landeshauptstadt mehr als zwei Stunden - unter anderem, weil einer der Aktivisten aufwendig mit Aceton von der Fahrbahn gelöst werden musste. Simonis zufolge darf die Polizei dieses Mittel nur in Anwesenheit eines Arztes einsetzen. Folge der gesamten Klebe-Aktion war ein langer Stau durch die gesamte Stadt.

Unter den Protestierenden war auch die 23 Jahre alte Potsdamerin Vera Sons, die den Angaben nach Klimaphysik studiert. Sie beklagte: „Unser selbst ernannter Klimakanzler Olaf Scholz muss endlich auf die Expertise der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hören, die hier direkt vor seiner Haustür immer erschreckendere Erkenntnisse über die Katastrophe sammeln, auf die wir zurasen.“ In der Landeshauptstadt Brandenburgs ist unter anderem das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) angesiedelt.

Die Ende 2021 gegründete Gruppe Letzte Generation hatte am 24. Januar 2022 erstmals in Berlin Autobahnzufahrten blockiert. Danach folgten mit Unterbrechungen fast täglich derartige Blockaden sowie Proteste in Museen, Stadien, an Erdölpipelines oder Flughäfen.

© dpa-infocom, dpa:230227-99-761754/3

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