Der frühere US-Astronaut James Arthur „Jim“ Lovell, Kommandant der dramatischen Apollo-13-Mission, ist tot. Wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte, starb Lovell am Donnerstag im Alter von 97 Jahren in Lake Forest im US-Bundesstaat Illinois.
Lovell, der während der Mercury-, Gemini- und Apollo-Programme insgesamt 715 Stunden im All verbrachte, war einer der erfahrensten Astronauten seiner Generation. Seine schwerste Mission bestritt er im April 1970, als er als Kommandant von Apollo 13 zusammen mit Fred Haise auf dem Mond landen sollte.

Raumfahrt:Schaufeln für den Goldrausch im All
Von der Aufbruchstimmung in der Raumfahrt profitieren auch Zulieferfirmen, die keine Rakete bauen, ohne die aber keine Rakete abheben könnte. Zum Beispiel die Firma Space Structures aus Berlin.
Doch im All lösten beschädigte Kabel in einem Sauerstofftank eine Explosion an Bord aus – in etwa 320 000 Kilometern Entfernung zur Erde. Statt auf dem Mond zu landen, wurde das intakte Mondlandemodul notgedrungen zur Rettungskapsel für alle drei Astronauten - obwohl das Modul nur für zwei Menschen und maximal zwei Tage konzipiert war. Die Crew schaltete fast alle Systeme ab, um Energie zu sparen, kämpfte mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und konstruierte mit Bordmitteln und Klebeband eine Notlösung zur Luftfilterung.
Sechs Tage nach dem Start und mehr als drei Tage nach dem Ausfall der Stromversorgung landete die Kapsel schließlich sicher im Pazifik. Die drei Astronauten wurden von der Crew des Flugzeugträgers Iwo Jima geborgen. Obwohl Lovell nie den Mond betrat, wurde er durch diese dramatische Rettung zu einer Ikone der Raumfahrtgeschichte. Präsident Richard Nixon verlieh den Astronauten die Presidential Medal of Freedom.
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In der Verfilmung des Weltraum-Dramas wurde Lovell von Tom Hanks gespielt. Der inzwischen legendäre Funkspruch „Houston, wir haben ein Problem“ stammt aus dem Hollywood-Blockbuster. Dort wurde er von Hanks als Lovell gesprochen und war angelehnt an einen ähnlichen Funkspruch der Crew. Der Film basierte unter anderem auf Lovells Buch „Lost Moon“.
Nasa-Chef Sean Duffy erklärte zu Lovells Tod, die Nasa sende „Beileid an die Familie von Kapitän Jim Lovell, dessen Leben und Arbeit über Jahrzehnte hinweg Millionen Menschen inspiriert haben.“ Lovells Charakter und sein „unerschütterlicher Mut“ hätten dazu beigetragen, den Mond zu erreichen, und ein drohendes Unglück in einen Erfolg verwandelt, „aus dem wir enorm viel gelernt haben“.
Lovell war auch Teil der ersten Mondumkreisung mit Apollo 8 im Jahr 1968 und diente zudem in der US-Marine, wo er als Testpilot im Einsatz war. „Jim Lovell verkörperte die Entschlossenheit und den Optimismus vergangener und künftiger Entdecker“, erklärte Nasa-Chef Duffy. „Wir werden ihn immer in Erinnerung behalten.“

