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Jacques-Yves Cousteau:100. Geburtstag des "Commandant Cousteau"

Am 11. Juni 2010 wäre der französische Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau 100 Jahre alt geworden. Vor ihm war das Meer eine unbekannte Welt, genauso wie das Weltall vor den ersten Fotos von Jupiter und Mars.

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Jacques Cousteau

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Vor Jacques-Yves Cousteau waren die Meere eine genauso unbekannte Welt wie das Weltall, bevor die ersten Fotos von Jupiter, Mars oder Venus entstanden sind. Am 11. Juni 2010 hätte der berühmte Meeresforscher seinen 100. Geburtstag gefeiert. Sein Markenzeichen: die rote Wollmütze.  

Jacques Cousteau

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Eigentlich wollte der Sohn eines Rechtsanwalts Pilot werden, doch ein schwerer Autounfall machte seinen Traum zunichte. So ging Cousteau zur Marine, die er allerdings 1950 verlies, um sich der Meeresforschung zu widmen. "Ich war in einem Dschungel, der noch nie von all denen erblickt worden ist, die sich auf der undurchsichtigen Erdoberfläche bewegen", schwärmte er nach seinem ersten Tauchversuch. Cousteaus Liebe zur See sollte niemals enden und er trieb die maritime Forschung mit zahlreichen Erfindungen und Innovationen voran.

Jacques-Yves Cousteau

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So entwickelte Cousteau unter anderem die erste Aqua-Lunge, einen Taucheranzug mit Pressluftflaschen sowie unterwassertaugliche Kameras.

Jacques Cousteau demonstriert seine Tauchkugel, 1965

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Mit Hilfe seiner zahlreichen Erfindungen hat Jacques Cousteau der Menschheit einzigartige Aufnahmen des bunten und bizarren Lebens unter Wasser geschenkt. Hier stellt der Tiefseetaucher auf einer Pressekonferenz  Anfang der 60-er Jahre seine Tauchkugel vor. Die Kugel sollte es fünf Menschen ermöglichen, zwei Wochen unter Wasser zu arbeiten und zu leben.

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Jacques Cousteau und Jacques Roux vor einer Tauchkugel im Sudan, 1963

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Der "Herr der Meere" lies es sich auch nicht nehmen, seine Erfindungen selbst zu testen. Zusammen mit seinem Ingenieur Jacques Roux blieb Cousteau mit der Tauchkugel drei Wochen lang auf dem Grund des roten Meeres. Cousteau hat seine Forschungsarbeit genau dokumentiert: Er hat der Nachwelt unzählige Bücher und mehr als 100 Dokumentarfilme hinterlassen.

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Cousteaus Forschungsboot ´Calypso" soll wieder auf See

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Ausgangspunkt seiner Unterwasser-Expeditionen war immer sein Forschungsschiff "Calypso". Das Schiff, ein ausrangiertes Minenräumboot, hatte ihm 1950 der irische Bierbrauer Guinness für seine Forschungsarbeiten geschenkt. 1996 sank das Boot nach einer Kollision vor Singapur. Derzeit liegt sie zur Restaurierung in Concarneau in Frankreich vor Anker. Bald soll die "Calypso" wieder in See stechen, da Cousteaus Sohn Pierre-Yves das Lebenswerk seines Vaters fortsetzen möchte.

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Um in die größten Meerestiefen hinabsteigen zu können, entwickelte Cousteau seine Geräte immer weiter. So erfand er den ersten Unterwasser-Scooter, die berühmte "tauchende Untertasse", die hier im Hafen von Marseille auf einen Einsatz vorbereitet wird.

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So viel Forschergeist muss belohnt werden: "Commandant Cousteau", wie die Franzosen ihn nannten, wurde 1989 in die renommierte Gelehrtengesellschaft  Académie francaise in Paris aufgenommen. Daneben erhielt er zahlreiche weitere Auszeichnungen wie beispielsweise 1956 die "Palme d'Or" auf den Filmfestspielen in Cannes für seinen Kinofilm "Die schweigende Welt".

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Trotz seiner wissenschaftlichen Erfolge wollte Cousteau kein Mann des Rampenlichts sein: Er mischte sich nur unter die Großen und Mächtigen der Welt , wenn es darum ging, seinen Namen in den Dienst einer bestimmten Sache zu stellen. So nahm er 1992 als einziger Nicht-Politiker an der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro teil, wo ihn US-Präsident George H. Bush herzlich begrüßte.

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Obwohl seine Frau Simone ihn, wie hier auf der "Calypso", unterstützte, hatte er über mehrere Jahre hinweg eine Geliebte, die er kurz nach Simones Tod heiratete. Einen Schatten auf seinen guten Ruf warf der Vorwurf, er habe während der Dreharbeiten zu seinen Filmen immer wieder Tiere gequält.

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Seine Begeisterung für die Unterwasserwelt hat Jacques-Yves Cousteau an seine Kinder weitergegeben. Zusammen mit seinem Sohn Jean-Michel ist er hier auf einer Erkundungstour am Amazonas unterwegs. Doch nicht nur seine Kinder, sondern auch die Cousteau-Gesellschaft, die er mit 63 Jahren ins Leben gerufen hat, setzen seinen Kampf um den Erhalt der Unterwasserwelt  fort.

Die Angehörigen von Jacques Cousteau bei der Trauerfeier in Notre Dames

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Am 25. Juni 1997 starb "Commandant Cousteau" im Alter von 87 Jahren an einem Herzinfarkt. Bei der Trauerfeier in Notre Dames waren seine Witwe Francine (links), sowie seine Kinder Diane, Pierre-Yves und Jean-Michel zugegen. Die Ölpest im Golf von Mexiko hätte Cousteau wahrscheinlich sehr traurig gemacht. So sagte er einmal: "Viele Menschen kämpfen gegen das Meer. Ich liebe es."

© sueddeutsche.de/dpa/Sabine Glaubitz/cosa
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