Untersuchungsbericht Falsche Montage war Ursache für Raketen-Fehlstart

  • Anfang Oktober ist eine russische Sojus-Rakete nach ihrem Start verunglückt, die beiden Astronauten an Bord blieben unverletzt.
  • Grund war einer Untersuchungskommission zufolge ein Sensor, der bei der Montage der Rakete beschädigt worden war.
  • Beim Zusammenbau der Raketen sollen nun zusätzliche Kontrollen erfolgen.

Der missglückte Start einer russischen Sojus-Rakete im vergangenen Monat ist nach Erkenntnissen der Untersuchungskommission auf einen defekten Sensor zurückzuführen. Dieser sei bei der Montage der Rakete in Kasachstan beschädigt worden, teilte der Chef der Kommission, Igor Skorobogatow, mit.

Beim Zusammenbau wurden nicht die vorgeschriebenen Werkzeuge verwendet, sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin. "Das heißt, es ist kein Konstruktionsfehler." Der Umgang mit der Rakete sei falsch gewesen. Das gleiche Problem gebe es möglicherweise an zwei weiteren Sojus-Raketen. Deshalb würden derzeit zusätzliche Kontrollen im Montageprozess eingeführt, sagte Skorobogatow.

Die Rakete hatte ursprünglich Anfang Oktober zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen sollen. An Bord befanden sich der russische Kosmonaut Alexei Owtschinin und der amerikanische Astronaut Nick Hague. Sie sollten das Team um Alexander Gerst für ein halbes Jahr verstärken.

Kurz nach Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan mussten die Astronauten jedoch wegen technischer Probleme mit einer Rettungskapsel zur Erde zurückkehren. Sie landeten unverletzt in der kasachischen Steppe. Daraufhin waren sämtliche geplanten Flüge zur ISS zunächst eingestellt worden.

Die Sojus ist derzeit die einzige Rakete, mit dem Personen zur ISS transportiert werden können. Dementsprechend groß ist die Sorge, dass das Unglück einen Einschnitt in der bemannten Raumfahrt bedeutet. Auch der deutsche Astronauten Gerst und sein Team auf der ISS sollen mit einer Sojus-Kapsel auf die Erde zurückkehren. Die gleiche, mit der auch die Astronauten in Kasachstan notgelandet sind. Die Mission des Teams läuft noch bis Dezember.

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