20 Jahre ISS:So wurde die Internationale Raumstation gebaut

Am 20. November 1998 flog das erste Modul der ISS in die Erdumlaufbahn. Weitere zwölf Jahre und 42 Flüge waren nötig, um alle Bauteile für die Raumstation ins All zu hieven. Ein Konstruktionsbericht in sieben Bildern.

Von Sophie Rotgeri

1998

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(Foto: Nasa)

Nach jahrzehntelanger Planung und unzähligen Entwürfen startete im November 1998 das erste Modul für den Bau der ISS ins All. Der Frachtblock Zarya war zuvor im Auftrag der USA in Russland gebaut worden - nach dem Vorbild der russischen Raumstation Mir. Zarya hatte bereits die wichtigsten Funktionalitäten an Board: Stromversorgung, Kommunikationstechnik und die Möglichkeit, die eigene Position in Relation zur Erde zu kontrollieren. Mittlerweile wird Zarya hauptsächlich als Lager benutzt.

Juli 2000

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(Foto: Nasa)

Zwei Wochen nach Zarya folgte das Verbindungsmodul Unity, das mittlerweile der Verbindungs- Flur der ISS-WG ist. Kurz darauf kam das russische Service-Modul Zvezda hinzu, in dem sich unter anderem erste Quartiere, inklusive Weltraumtoilette und ein Forschungslabor befanden. Im November 2000 trat mit dem Amerikaner William Shepherd und den Russen Sergei Krikalev und Yuri Gidzenko die erste Besatzung an. Seitdem ist die ISS durchgehend bemannt.

Ende 2000

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(Foto: Nasa)

Weil es im All kein schlechtes Wetter gibt, kann die ISS zu 100 Prozent mit Solarenergie betrieben werden. Ende 2000 wurde auf Unity die Z-Gerüstachse angebracht, an der Paneele mit etwa 130.000 Solarzellen befestigt wurden. So wird die Station mit 160 Volt Gleichstrom versorgt. Damit die Elektronik nicht überhitzt, wird überschüssige Wärme über gewellte Kühlpaneele ins All abgeleitet. Die Kollektoren sind zur Sonne gerichtet, die Paneele wenden sich ab.

2001

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(Foto: Nasa)

Anfang 2001 folgte Modul Destiny, das Forschungslabor der USA, an dessen Unterseite der Canadaarm2 installiert wurde. Auf der ISS wird untersucht, wie sich Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper auswirkt. Solche Experimente verbessern nicht nur die Bedingungen der Raumfahrenden, sondern treiben Entwicklungen in der Medizin voran. Bis September 2001 kamen die Schleusen Quest und Pris dazu, die Weltraumspaziergänge ermöglichen.

2002

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(Foto: Nasa)

Im April 2002 begann der Aufbau der zentralen Gerüstachse der ISS. Doch bevor sie fertig gestellt werden konnte, setzten die USA alle Flüge ins All aus, nachdem im Februar 2003 das amerikanische Space Stuttle Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerbrach und alle sieben Besatzungsmitglieder starben. Die Besatzung der ISS wurde auf zwei Personen reduziert und Mannschaftswechsel ausschließlich mit der russischen Soyuz durchgeführt.

2007

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(Foto: Nasa/dpa)

Nach zweieinhalb Jahren Unterbrechung wurde 2006 die Montage der zentralen Gerüstachse fortgesetzt, die weitere Solar- und Kühlpaneele trägt. Auch die Paneele der Z-Achse wechselten ihren Platz. Das zweite Verbindungsmodul Harmony, das im September 2007 installiert wurde, bietet Quartiere für vier weitere Besatzungsmitglieder. Außerdem soll es das US-Labor mit dem europäischen und dem japanischen Labor verbinden, sobald diese eintreffen.

Heute

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(Foto: Nasa)

Das europäische Labor Columbus (etwas links der Bildmitte) erreichte die Raumstation 2008. Mit externen Instrumenten können auf der Columbus Experimente auch im Vakuum des Alls außerhalb der Station durchgeführt werden. Kurz darauf begannen auch die Japaner ihr Labor Kibo zu bauen. Es besteht aus fünf einzelnen Modulen, darunter ebenfalls Kammern, die Experimente im Vakuum ermöglichen, und ein weiterer Roboterarm. Im November 2009 und Mai 2010 kamen außerdem die russischen Mini- Labore Poik und Rassvet zur ISS. 2009 erreichte die ISS das letzte Stück der zentralen Gerüstachse. Die Achse ist nun 109 Meter lang, sie trägt neben Solarkollektoren auch Versorgungsleitungen, GPS-Antennen und ein Schienensystem, auf dem unter anderem die Roboterarme Canadaarm2 und Dexter bewegt werden können. Das dritte Verbindungsmodul, Tranquility, 2010 installiert, bietet Zugang zu den Modulen Dextre und Cupola. Dextre ist ein Robotersystem mit zwei Armen, dass bei der Instandhaltung hilft. Cupola ist das Fenster der ISS zur Außenwelt: von hier aus kann die Besatzung ankommende Raumschiffe beobachten, Dextre steuern und den spektakuläreren Blick auf die Erde genießen. Die Solarpanelle sind nach heutigen Maßstäben nicht mehr auf dem neustens Stand. Sie können nur etwa 14 Prozent der Sonnenenergie aufnehmen, was allerdings für 100 Prozent des Betriebsstroms auf der ISS genügt.

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