Interaktive Deutschlandkarte:Von Zonen und Strafen

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"Die EU kann Strafen in Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Überschreitungstag verhängen", sagte Gerd Osadnik, der Leiter des Gelsenkirchner Umweltreferats, kürzlich der WAZ. Für die 79 Überschreitungstage, die von der Station in der Kurt-Schumacher-Straße im Jahr 2011 übermittelt wurden, wären knapp vier Millionen Euro fällig geworden. In Stuttgart wollen Am-Neckartor-Anwohner vor Gericht wirksame Maßnahmen gegen die Feinstaub-Problematik erstreiten.

Ein besonders populärer Schritt ist die Einrichtung von Umweltzonen, in die nur Fahrzeuge mit niedrigen Abgaswerten fahren dürfen. 42 solcher Umweltzonen listet das UBA derzeit deutschlandweit auf (Stand September 2012), die meisten befinden sich in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Am 1. Oktober wird in Erfurt die 43. Umweltzone eingerichtet. Ebenfalls zum Oktober verschärft die Stadt München ihre Umweltzone (weitere Infos ...). Dann dürfen innerhalb des Mittleren Rings nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren. Auch die Innenstadt von Dinslaken ist ab Oktober für Fahrzeuge mit gelber und roter Plakette tabu.

Weitere Umweltzonen sind 2013 in Mönchengladbach sowie in mehreren baden-württembergischen Städten geplant. Doch das wird voraussichtlich nicht ausreichen. Das UBA schätzt, dass Umweltzonen die Feinstaubbelastung um bis zu zehn Prozent und 25 Überschreitungstage im Jahr senken können.

Doch wie stark leidet Deutschland tatsächlich unter dem Feinstaub? Welche Regionen sind besonders betroffen? Und welche Faktoren beeinflussen die Messergebnisse? Die SZ hat in einem Datenjournalismus-Projekt die Überschreitungswerte von mehr als 400 deutschen Messstationen aufbereitet. Eine interaktive Grafik führt auf, an welchen Punkten der vorgeschriebene Feinstaub-Grenzwert wie oft überschritten wurde.

Auf Feinstaub-Karten, die das UBA Süddeutsche.de zur Verfügung stellt, sehen Sie, wie stark die Konzentration der Mikropartikel in der Fläche ist - für jeden Tag seit dem 1. Januar 2011. Diese Grafik wird täglich mit neuen aktuellen Daten des UBA gespeist und zeigt so auch künftig, wie sich die Feinstaubbelastung in Deutschland entwickelt (zur Karte ...).

Interaktive Programmierung: Sonja Kowarschick, Maximilian Ruppert. Grafik: Sophie Kaiser, Astrid Müller. Redaktion: Tobias Dorfer.

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