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Infektionen:Nicht nur bloß ein Mückenstich

Hausmuecke Gemeine Stechmuecke Noerdliche Hausmuecke Culex pipiens Imago schluepft aus der Pupp

Das Virus wird von heimischen Stechmücken der Gattung Culex übertragen.

(Foto: Imago/Blickwinkel)
  • Ein älterer Mann aus Sachsen hat sich mit dem West-Nil-Virus infiziert.
  • Es ist die erste Infektion, die in Deutschland erfolgt ist.
  • Der aus Afrika stammende Erreger ist im Zuge der heißen Sommer eingewandert.

Erstmals hat sich ein Mensch durch einen Mückenstich in Deutschland mit dem West-Nil-Virus infiziert. Der 70-jährige Sachse erkrankte an einer Gehirnhautentzündung, ist zwischenzeitlich aber wieder genesen. Er hatte sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten, muss sich also in Deutschland angesteckt haben.

Tatsächlich ist das Virus hier seit 2018 mehrmals in Vogelbeständen und in Pferden nachgewiesen worden. Offenbar haben die ungewöhnlich warmen Sommer dazu beigetragen, dass sich der aus Afrika stammende Erreger nördlich der Alpen etablieren konnte, teilten das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und das Berliner Robert-Koch-Institut am Freitag mit. In den kommenden Jahren müsse mit weiteren Infektionen gerechnet werden.

Das Virus wird durch Mücken, selten durch Bluttransfusionen übertragen. 80 Prozent der Infizierten zeigen keine, die meisten anderen nur milde Symptome wie Fieber oder Hautausschlag. Insbesondere ältere Menschen mit Vorerkrankungen können jedoch eine lebensbedrohliche Entzündung des Gehirns oder der Hirnhaut entwickeln. Der infizierte Sachse hatte allerdings kein Grundleiden.

Zuvor war das Virus nur bei Reiserückkehrern und einem Tierarzt festgestellt worden, der sich offenbar während der Untersuchung eines toten Vogels angesteckt hatte.

© SZ vom 30.09.2019
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