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Impfung gegen die Schweinegrippe:Pest oder Cholera?

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den beiden Schweinegrippe-Impfstoffen? Und welches Risiko ist größer: zu erkranken oder Impf-Nebenwirkungen zu erleiden? Ein Überblick.

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Am 26. Oktober hat in Deutschland die Impfung gegen die Schweinegrippe begonnen. Doch immernoch gibt es viele Unsicherheiten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie sicher ist die Impfung?

Für die breite Bevölkerung ist der Impfstoff Pandemrix des Herstellers Glaxo Smith Kline vorgesehen. In die Kritik geraten ist der Impfstoff, weil ihm Wirkverstärker, so genannte Adjuvantien, beigefügt wurden. Durch sie wird der Impfstoff gestreckt.

Nach den bisherigen Erfahrungen traten bei ungefähr jedem zehnten Geimpften Nebenwirkungen wie Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Fieber oder Rötungen an der Einstichstelle auf.

Für Verunsicherung sorgten Todesfälle im Anschluss an die Impfung. Die zuständigen Behörden betonen jedoch, dass die Impfung nicht die Ursache für die Todesfälle gewesen sei.

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Sollten Kinder geimpft werden?

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rief am Beginn der Impfaktion Eltern dazu auf, Kinder ab drei Jahren gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen.

Angesichts deutlich steigender Krankheitsfälle riet der Verband zwei Wochen später jedoch, allen Kinder ab sechs Monaten die Spritze zu setzen. Dies gelte besonders für Heranwachsende mit chronischen Krankheiten wie Asthma oder Herzfehlern.

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Gibt es einen geeigneten Impfstoff für Schwangere?

Lange Zeit befanden sich Schwangere in einer Zwickmühle. Einerseits kann die Erkrankung bei ihnen schwerer verlaufen; andererseits war Pandemrix wegen seiner Wirkverstärker für Schwangere nicht empfehlenswert. Ab Mitte Dezember nun gibt es einen neuen Impfstoff ohne Wirkverstärker ausschließlich für Schwangere. Es ist ein Serum des australischen Pharmakonzerns CSL Biotherapies. Die Impfung nehmen die Frauenärzte vor.

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Brauchen gesunde Erwachsene die Impfung?

Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit Dezember die Impfung nicht nur für Risikogruppen, sondern für alle Menschen. Das Robert-Koch Institut verweist darauf, dass die neue Grippe in vielen Ländern schon schwere Verläufe und Todesfälle verursacht hat - und zwar auch bei jungen, gesunden Menschen.

Dagegen äußern sich angesichts der überwiegend milden Krankheitsverläufe in Deutschland viele Experten zurückhaltend. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, beispielsweise nannte die Impfung "nicht absolut notwendig".

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Wie läuft die Impfung ab?

Das Serum wird in den Oberarm gespritzt. Nach den neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission reicht eine Impfdosis. Der volle Impfschutz ist rund zwei Wochen nach Erhalt der kompletten Dosis erreicht.

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Wo bekomme ich die Impfung?

Nicht alle Ärzte bieten die Impfung an. Die Organisation Ärzte im Netz hat daher eine Liste nahezu aller Mediziner, die in Deutschland gegen Schweinegrippe impfen, ins Internet gestellt.Sie ist zu finden unter: http://www.aerzte-im-netz.eu

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Brauche ich die Impfung noch, wenn ich bereits an der Schweinegrippe erkrankt war?

Ob Patienten gegen das H1N1-Virus immun werden, ist noch unklar. Für diese Annahme spricht, dass Senioren von der Schweinegrippe weitgehend verschont bleiben. Sie haben möglicherweise bereits bei früheren Erkrankungen mit Viren des gleichen Typs eine Immunität erworben. Gesichert ist diese These jedoch nicht.

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Schützt die Impfung gegen H1N1 auch gegen die saisonale Grippe?

Die neue Impfung wirkt nicht gegen die alljährliche Influenza, so wie umgekehrt auch die herkömmliche Grippe-Impfung keinen Schutz gegen die Schweinegrippe bietet. Es ist möglich, beide Impfungen gleichzeitig zu erhalten.

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Schützt die Impfung auch noch, wenn sich das H1N1-Virus verändert?

Dies kommt auf die Schwere der Veränderung an. Eine größere Mutation würde es nötig machen, den Impfstoff anzupassen.

Foto: Schematische Darstellung eines Influenza-Virus/dpa

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Wer zahlt?

Alle gesetzlich Krankenversicherten können sich kostenlos impfen lassen. Da sich Kassen und Bund die Kosten für die Impfungen teilen, müssen Versicherte laut Bundesgesundheitsministerium keine Beitragserhöhungen befürchten. Die privaten Kassen haben dem Ministerium zufolge ebenfalls ihre Bereitschaft zur Kostenübernahme erklärt.

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Warum dauerte es so lange, bis Impfstoffe zur Verfügung standen?

In erster Linie sind Kapazitätsgründe dafür verantwortlich. Die Impfstoffhersteller waren bis Ende Juli mit der Vorbereitung der normalen Grippe-Impfung ausgelastet. Die Wintergrippe fordert allein in Deutschland jährlich rund 10.000 Todesopfer, weltweit sind es 500.000.

Vor diesem Hintergrund hatte die WHO entschieden, dass es zu gefährlich sei, die Vorbereitungen für die herkömmliche Grippe-Impfung wegen der Schweinegrippe zu unterbrechen. Damit ist gesichert, dass es ausreichenden Schutz gegen die saisonale Grippe geben wird.

Foto: ddp

(sueddeutsche.de/beu/cf)

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