Homosexuelle Paare Sexuelle Orientierung der Eltern unwichtig für das Kindeswohl

Ob es adoptierten Kindern gut geht, hängt nicht davon ab, ob die Eltern schwul, lesbisch oder heterosexuell sind. Wichtig ist vielmehr, ob beide Elternteile gut zusammenarbeiten und harmonieren.

Von Christian Weber

Egal, ob schwul, lesbisch oder heterosexuell: Die sexuelle Orientierung von Adoptiveltern ist für das Wohl des Kindes offenbar unwichtig.

Entscheidend sei vielmehr, dass beide Elternteile gut zusammenarbeiten und harmonieren.

Das berichten Rachel Farr von der University of Massachusetts Amherst und Charlotte Patterson von der University of Virgina im Fachmagazin Child Development (Bd. 84, S.1226, 2013).

Sie hatten 104 Paare und deren adoptierte Kinder befragt und beobachtet, wobei 25 Paare lesbisch waren, 29 schwul und 50 heterosexuell.

Die Kinder waren spätestens in den ersten Lebenswochen adoptiert worden; zum Studienzeitpunkt waren sie um die drei Jahre alt.

Die beiden Psychologinnen stellten zwar fest, dass die homosexuellen Paare sich die Aufgaben der Kinderbetreuung wie Füttern, Anziehen und Spielen eher gleichmäßig aufteilten, während Männer und Frauen in gemischtgeschlechtlichen Paaren sich eher spezialisierten.

Doch das war den Kindern egal. Wichtig war vielmehr, wie die Partner mit der jeweiligen Aufgabenverteilung zurechtkamen: "Diejenigen Eltern, die mit dem Arrangement zufriedenen waren, hatten auch die Kinder mit weniger Verhaltensproblemen", sagt Farr. "Es ist mit Sicherheit wichtig, wie harmonisch die Eltern miteinander umgehen."

Ein Effekt der sexuellen Orientierung konnte nicht beobachtet werden.