Nordrhein-WestfalenErmittlungen zu Todesfällen in Kliniken während Hitzewelle

In einem Krankenhaus in Leverkusen kam es an dem Hitze-Wochenende Ende Juni zu zwölf Todesfällen.
In einem Krankenhaus in Leverkusen kam es an dem Hitze-Wochenende Ende Juni zu zwölf Todesfällen. Marijan Murat/picture alliance/dpa

Nach mehreren Todesfällen in verschiedenen Kliniken in Nordrhein-Westfalen bei der Hitzewelle Ende Juni hat die Staatsanwaltschaft Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

SZ bei Google bevorzugen

Im Zusammenhang mit den zwölf Todesfällen im St. Remigius-Krankenhaus in Leverkusen am Hitze-Wochenende Ende Juni hat die Kölner Staatsanwaltschaft sieben Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Davon seien drei bereits wieder eingestellt worden, teilte das NRW-Justizministerium mit.

Eines der noch offenen vier Verfahren richtete sich gegen einen Busfahrer, in dessen Bus ein hochbetagter Mann gestürzt war, der später in der Klinik starb. Die Hitze spiele dabei keine Rolle, teilte die Behörde mit. Zudem prüfen Staatsanwälte einen Fall in einem Dürener Krankenhaus, wo eine 56-Jährige vermutlich einen Hitzschlag erlitten habe. Ein weiteres Todesermittlungsverfahren betreffe den Tod einer Frau in einer Duisburger Helios-Klinik.

Hohe Temperaturen
:Hitzewelle in Europa forderte mehr als 10 000 zusätzliche Todesopfer

Hohe Temperaturen können tödlich sein, insbesondere ältere Menschen sind stark gefährdet.  Sterbestatistiken aus 27 europäischen Ländern zeigen das Ausmaß der Hitzewelle im vergangenen  Monat.

Die Behörden registrierten einen deutlichen Anstieg der Hitzetoten. Verfahren werden aber nur eingeleitet, wenn ein menschliches Mitverschulden im Raum steht, etwa durch Unterlassen von Hitzeschutzmaßnahmen.

Das St. Remigius-Krankenhaus hatte betont, die Anzahl von zwölf Toten in diesem Zeitraum sei für die Klinik nicht überdurchschnittlich hoch. Die verstorbenen Patienten hätten ein Durchschnittsalter von 86 Jahren gehabt. „Wir stehen in engem Austausch mit den Behörden, die sich die Fälle genauer ansehen“, hatte eine Sprecherin mitgeteilt.

Die Extremtemperaturen der vergangenen Wochen haben nach Einschätzungen verschiedener Experten zu mehr Todesfällen in Nordrhein-Westfalen geführt. Genaue Zahlen zu sogenannten Hitzetoten ließen sich nur schwer erfassen. Vor allem bei Menschen, die bereits durch Faktoren wie ein hohes Alter oder Erkrankungen vorbelastet waren, lasse sich ein direkter oder indirekter Zusammenhang zwischen Todesfällen und der Hitze oft nicht eindeutig nachweisen. Durch den Klimawandel werde Hitze als Risikofaktor weiter zunehmen.

© SZ/danju - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

MeinungKlimakrise
:Die Zustände in manchen Kliniken während der Hitzewelle waren verstörend

SZ PlusKommentar von Christina Berndt
Portrait undefined Christina Berndt

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: