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Historischer Vulkanausbruch:Der gesprengte Sommer von 1258

Vulkankrater auf der indonesischen Insel Lombok

Der Vulkankrater auf der indonesischen Insel Lombok

(Foto: Ulet Ifansasti/Getty)

Im Jahr 1258 fiel der Sommer aus und in Europa kam es zu Hungersnöten, berichten mittelalterliche Quellen. Doch was war die Ursache? Ein französischer Geograf hat sie nun identifiziert. Ein gigantischer Vulkanausbruch in Indonesien.

Es war ein Rätsel der Geschichte: Wieso fiel mittelalterlichen Aufzeichnungen zufolge im Jahr 1258 der Sommer aus und führte in Europa zu Missernten und Hungersnöten?

Jetzt hat der Geograf Franck Lavigne von der Universität Paris die Ursache gefunden: Auf der indonesischen Insel Lombok hat sich im Jahr 1257 der Vulkan Samalas in die Luft gesprengt und 40 Kubikkilometer Gestein und Asche in die Luft geschleudert.

Der Berg verlor dadurch etwa 500 Meter an Höhe, schreiben die Autoren im Fachmagazin PNAS (online). Die Eruption soll eine der größten der vergangenen 10.000 Jahre gewesen sein - gewaltiger als der Ausbruch des Tambora 1815.

Beide Male blieb im Folgejahr der Sommer aus, weltweit spielte das Wetter verrückt, es blieb kalt und regnerisch.

Glaziologen waren im Jahr 1980 in Eisbohrkernen auf eine schwefelhaltige Schicht gestoßen, die aus dem Jahr 1258 stammte. Wenig später wiesen sie die Schicht in der Antarktis nach. Nun ist der zugehörige Vulkan gefunden, dessen Kratersee heute ein Idyll ist.

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