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Heißer Mai:Dritter Rekord in Folge

Nach den Monaten März und April hat nun auch der Mai 2010 im globalen Mittel alle Temperaturrekorde seit Beginn der Aufzeichnungen gebrochen. Das melden die US-Behörden für Wetter und Raumfahrt Noaa und Nasa.

Der Mai dieses Jahres hat als dritter Monat in Folge globale Temperaturrekorde gebrochen. Seit 1880 war kein fünfter Monat des Jahres wärmer, melden die US-Behörden für Wetter und Raumfahrt Noaa und Nasa übereinstimmend.

St. James Park London

Unzählige Menschen sonnen sich Mitte Mai im St. James Park in London. In Deutschland war der Mai durch und durch verregnet.

(Foto: AFP)

Um 0,69 Grad Celsius lagen die Temperaturen über dem Durchschnitt, zeigt die Noaa-Statistik, für die Wettermessungen aus aller Welt ausgewertet wurden. Die Nasa hingegen verarbeitet Satelliten-Daten und ist so auf ein Plus von 0,63 Grad gekommen.

Beide Ämter stellen zudem fest, dass seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen noch nie ein meteorologischer Frühling auf der Nordhalbkugel, also die Monate von März bis Mai, so warm war.

Tatsächlich haben alle drei Monate auf der globalen Wetterhitliste den Spitzenplatz belegt. In der Noaa-Statistik gilt das sogar für das ganze bisherige Jahr, obwohl Januar und Februar keine absoluten Rekorde auswiesen.

Der Mai in Deutschland hingegen war kalt und nass, wie der Deutsche Wetterdienst schon vor zwei Wochen mitgeteilt hatte: gemessen am Durchschnitt 1,6 Grad zu kalt, verregnet und wolkig. Er hat das Frühjahr zwischen Flensburg und Garmisch in die Mittelmäßigkeit zurückgezogen, nachdem März und April unerwartet warm und sonnig gewesen waren.

Dass sich Deutschland derart vom weltweiten Trend abkoppelt, liegt an den Vorgängen im fernen Pazifik. Dort beherrschte seit Juni 2009 das Klimaphänomen El Niño das Wetter.

El Niño verstärkt den Trend

Es verändert Luftdruck, Niederschläge und Temperaturen in Asien, Ozeanien und den Amerikas; hier löst es zum Beispiel milde Winter aus. In der globalen Statistik verstärkt El Niño den ungebrochenen Trend zur weltweiten Erwärmung, den das umgekehrte Phänomen namens La Niña verschleiert - so wie 2007 und 2008.

Nach Mitteilung der Noaa-Wissenschaftler ist der Pazifik bereits wieder unter dem Einfluss von La Niña, so dass der Mai der letzte Monat mit Rekordwärme sein könnte. In den Zahlen ist das daran zu erkennen, dass der Mai seinen Spitzenplatz den um mehr als ein Grad über den Mittelwert erwärmten Landmassen verdankt.

Die Ozeane allein betrachtet sind bereits auf den zweiten Platz hinter 1998 zurückgefallen. In den zurückliegenden Monaten hatten stets die besonders warmen Weltmeere entscheidend zu den Plätzen in der Rekordliste beigetragen.