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Havariertes Atomkraftwerk in Japan:Meeresboden vor Fukushima wird zubetoniert

Der Fukushima-Betreiber Tepco will eine weitere radioaktive Kontaminierung des Ozeans vor dem havarierten Atomkraftwerk verhindern - mit einer radikalen Methode. Der Meeresboden soll mit einer riesigen Betondecke versiegelt werden.

Vor dem verunglückten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll der Meeresboden mit einer 60 Zentimeter dicken Betonschicht abgedichtet werden. Wie der Kraftwerks-Betreiber Tepco mitteilte, soll die Betondecke mehr als 73.000 Quadratmeter groß sein - so groß wie zehn Fußballfelder.

Der Meeresboden vor Fukushima scheint nur noch mit einer drastischen Methode geschützt werden zu können. Tepco will ihn großflächig versiegeln.

(Foto: AP)

Damit solle eine weitere Kontaminierung des Ozeans verhindert werden, sagte eine Sprecherin. Bei Messungen in der Bucht seien "relativ hohe Konzentrationen radioaktiver Stoffe im Meeresboden" festgestellt worden.

Durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschließenden Tsunami war die Atomanlage in Fukushima am 11. März 2011 schwer beschädigt worden. In den Wochen und Monaten nach der Katastrophe gelangte Radioaktivität in die Umwelt und radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete rund um das Kraftwerk verlassen. Es war das schwerste Atomunglück seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Fast ein Jahr nach der schweren Katastrophe kämpft die japanische Regierung zudem immer noch mit Aufräumarbeiten. Regierungsangaben zufolge sind erst fünf Prozent der fast 23 Millionen Tonnen Schutt weggeräumt, die das Erdbeben und die anschließende Flutwelle in der Region hinterlassen hatten.

Ungeachtet aller Solidaritätsaufrufe stoße die Beseitigung der Trümmer auf Schwierigkeiten: Behörden im ganzen Land weigerten sich, Schutt aus der Katastrophenregion in ihren Deponien aufzunehmen, weil sie eine radioaktive Bestrahlung befürchteten.

Eigentlich plant die Regierung, die Tsunami-Trümmer bis März 2014 zu beseitigen. Sollte die Entsorgung jedoch im gegenwärtigen Tempo weitergehen, sei das Ziel "extrem schwer" einzuhalten, warnte Umweltminister Goshi Hosono.

© Süddeutsche.de/AFP/gal/feko

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