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Harvard-Entwicklung:Tarnroboter auf vier Beinen

Nach dem Vorbild der Natur gebaut: Dieser Roboter kann seine Farbe verändern und nahezu unsichtbar werden. Genauso gut kann er das Gegenteil: zum Leuchtsignal werden.

Harvard-Forscher haben flexible Roboter entwickelt, die ihre Farbe wechseln und sich tarnen können. Im Innern der transparenten, weichen Maschinen aus Silikon verlaufen Mikrokanäle, durch die Flüssigkeit mit der gewünschten Farbe gepumpt wird, berichtet das Team um Stephen Morin im Fachmagazin Science (Bd. 337, S. 828, 2012).

Ideengeber und Vorbild war, wie so oft, die Natur: "Als wir anfingen an solchen Robotern zu arbeiten, wurden wir von weichen Organismen wie dem Tintenfisch inspiriert", sagt Morin. "Diese haben die faszinierende Fähigkeit, ihr Erscheinungsbild zu ändern. Das brachte uns dazu, die dynamische Färbung zu erforschen."

Zudem kann der Roboter seine Temperatur der Umgebung anpassen, sodass er sich sogar im Infrarot-Bereich tarnen kann. Die Färbung dient jedoch nicht nur der Tarnung. Ebenso nützlich kann es sein, wenn der Roboter eine auffällige Farbe annimmt, um sich von seiner Umgebung abzuheben und so leichter auffindbar zu sein.

Noch sind die wabbeligen Maschinen in der Testphase. Auf einem Video wirken ihre Bewegungen daher auch etwas unbeholfen. Geht es nach den Forschern, könnten sie aber künftig bei Such- und Rettungseinsätzen helfen, indem sie Rettern und anderen Robotern im Dunkeln ihre Position signalisieren, beispielsweise über Fluoreszenz wie auf dem Bild.

© SZ vom 17.08.2012/twn/beu
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