Hamburg (dpa/lno) - Unter dem Motto „Grindel leuchtet“ haben Anwohner des Hamburger Grindelviertels und an anderen Orten der Stadt am Montag an die ermordeten Juden in ihrem Viertel erinnert. Als es dunkel wurde, stellten sie Kerzen neben die Stolpersteine, die vor den Häusern auf die ehemaligen jüdischen Bewohner hinweisen.
Seit 1995 erinnert der Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt durch kleine Gedenksteine an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Bis jetzt wurden in Hamburg 5927 Stolpersteine verlegt - zu einigen gibt es im Internet auch Informationen über die ehemaligen Bewohner.
Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten Synagogen in ganz Deutschland angezündet. Auch in Hamburg wurden etliche jüdische Einrichtungen zerstört, darunter die Bornplatz-Synagoge am Joseph-Carlebach-Platz in der Nähe der Universität, die jetzt wieder aufgebaut werden soll. Am Nachmittag wurde eine Thorakrone aus der Synagoge feierlich an die jüdische Gemeinde zurückgegeben. Am Montag startete außerdem eine Kampagne zum Wiederaufbau der Synagoge. Sie will bis zum 27. Januar 100 000 Hamburgerinnen und Hamburger mobilisieren, die sich für den Wiederaufbau einsetzen.
