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H1N1:"Die Schweinegrippe kommt in Wellen"

In Westeuropa scheint die Schweinegrippe ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Für die WHO bedeutet dies allerdings nicht das Ende der Sorgen.

Die erste Schweinegrippe-Welle hat nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem in Westeuropa ihren Höhepunkt überschritten. Die Organisation sehe in den meisten Ländern einen Rückgang der Neuansteckungen, sagte WHO-Sprecher Gregory Hartl am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Dies gelte auch für Deutschland.

"Ich warne aber davor, zu glauben, das Schlimmste sei vorbei", ergänzte Hartl. So habe Frankreich schon vor einigen Monaten den Höhepunkt mit den meisten Ansteckungen erreicht. Nach dem Abflauen sei nun wieder ein Spitzenwert zu verzeichnen. Ähnliches könne sich auch in Deutschland abspielen. "Die Grippe kommt in Wellen. So ist in Deutschland also derzeit wohl nur eine Welle überstanden, weitere können aber folgen", sagte Hartl.

Die WHO hatte Ende vergangener Woche für weite Teile Europas eine vorläufige Entwarnung gegeben. Dabei bezog sie sich neben Deutschland auch auf Belgien, Island, Irland, die Niederlande, Spanien, Portugal und Italien. In Nordeuropa bleibe die Zahl der Ansteckungen dagegen hoch. "Die Grippe zieht derzeit nach Osten", sagte der Sprecher. Man müsse abwarten, welchen Einfluss die derzeit kalte Witterung in Mitteleuropa auf diese Entwicklung habe.

In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut insgesamt mehr als 192.000 Fälle der neuen Influenza registriert. 94 Menschen starben. Europaweit verzeichneten die Behörden rund 1370 Todesfälle, weltweit wurden fast 19.000 gezählt.

Impfstoff für Schwangere

Schwangere können sich voraussichtlich ab Mitte der Woche mit einem neuen Serum gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Der Impfstoff des australischen Pharmakonzerns CSL Biotherapies enthält anders als Pandemrix keine Wirkverstärker. Bundesweit sollen 150.000 Dosen an die Apotheken ausgeliefert werden, die Impfung erfolgt bei den Frauenärzten. Die Menge, die dem jeweiligen Bundesland zur Verfügung steht, richtet sich nach der Geburtenzahl des vergangenen Jahres.

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© sueddeutsche.de/dpa/AP/beu

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