BiologieDie Giraffe? Jetzt gibt es vier Giraffenarten

Eine Giraffe ist eine Giraffe? So wirkt es nur auf Laien. Fachleute unterscheiden inzwischen vier Arten.
Eine Giraffe ist eine Giraffe? So wirkt es nur auf Laien. Fachleute unterscheiden inzwischen vier Arten. GCF/dpa
  • Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat offiziell vier verschiedene Giraffenarten anerkannt: Nord-Giraffe, Süd-Giraffe, Netz-Giraffe und Massai-Giraffe.
  • Grundlage für diese Neubewertung sind zehnjährige Forschungsarbeiten des Senckenberg-Forschungszentrums und der Giraffe Conservation Foundation, die genetische und morphologische Unterschiede zwischen den Arten nachwiesen.
  • Die Anerkennung der vier Arten ermöglicht nun die Entwicklung spezifischer Schutzstrategien für jede Giraffenart.
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Nord-Giraffe, Süd-Giraffe, Netz-Giraffe, Massai-Giraffe: Nach zehn Jahren biologischer Detektivarbeit können Fachleute diese Spezies jetzt unterscheiden – und gezielt schützen.

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Es gibt nicht nur „die Giraffe“, sondern vier verschiedene Arten. Das hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) – ein Dachverband mehrerer Umweltorganisationen – in Genf nun offiziell anerkannt. Grundlage für die Neubewertung sind zehn Jahre Forschungsarbeit unter Leitung des Senckenberg-Forschungszentrums in Frankfurt und der Giraffe Conservation Foundation (GCF) in Namibia.

Lange Zeit glaubte man, dass es sich bei den afrikanischen Tieren mit dem langen Hals um eine einzige Art handelt – eben: die Giraffe. „Unsere umfangreichen genetischen und morphologischen Untersuchungen haben diese Annahme eindeutig und endgültig widerlegt“, erläutert Senckenberg-Evolutionsgenetiker Axel Janke. „Unsere genetischen Analysen zeigen, dass die Unterschiede zwischen den Giraffenarten ebenso deutlich sind wie jene zwischen Braun- und Eisbären.“

Bereits 2016 hatte Jankes Team gemeinsam den Partnern aus Namibia erste Forschungsergebnisse veröffentlicht, die auf „genetische Divergenzen“ hinwiesen. Wissenschaftler sammelten dafür Gewebeproben von Giraffen aus ganz Afrika. Sie untersuchten das Erbgut von 50 Giraffen und fanden schließlich vier eigenständige Arten: die Nord-Giraffe, die Süd-Giraffe, die Netz-Giraffe und die Massai-Giraffe.

Die Untersuchungen ergaben auch, dass sich die vier Linien bereits vor etwa 230 000 bis 370 000 Jahren unabhängig voneinander entwickelten. Die verschiedenen Giraffenarten paaren sich in freier Wildbahn nicht. Eine morphologische Studie an Giraffenschädeln stützt die genetischen Befunde. Wieso das wichtig ist? „Die amtliche Anerkennung der vier Arten ist kein bloßes Detail der Wissenschaft, sondern hat unmittelbare Auswirkungen auf den Schutz der Giraffen“, erklärte GCF-Mitbegründer Julian Fennessy. „Jede Giraffenart benötigt spezifisch angepasste Schutzstrategien. Durch die offizielle Anerkennung können wir diese nun zielgerichtet entwickeln.“

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