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Geschichte - Schwerin:Sozialministerin würdigt 100 Jahre Frauenwahlrecht

Schwerin (dpa/mv) - Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat die Einführung des Wahlrechts für Frauen in Deutschland vor 100 Jahren gewürdigt. Am 19. Januar 1919 konnten Frauen bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung das erste Mal ihre Stimme abgeben. "Was uns heute als selbstverständlich erscheint, wurde von mutigen Frauen und den sie unterstützenden Männern hart erkämpft", erinnerte Drese am Donnerstag.

Bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung kandidierten demnach 300 Frauen, wovon 37 weibliche Abgeordnete ins erste Parlament der Weimarer Republik einzogen. "Die Wahlbeteiligung der Frauen am 19. Januar 1919 lag bei stolzen 82 Prozent", sagte Drese.

100 Jahre später ist nach ihrer Einschätzung viel in Sachen Gleichberechtigung erreicht worden. Doch auch heute noch bestünden Ungerechtigkeiten. "So sind etwa Frauen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Spitzenpositionen weiterhin unterrepräsentiert", stellte die Ministerin fest. Und Frauen verdienten nach wie vor deutlich weniger als Männer. "Die Lohnlücke, der sogenannte Gender Pay Gap, ist gerade in Deutschland wie in Stein gemeißelt." Auch die heutige Generation müsse für Gleichberechtigung kämpfen.

Drese verwies auf das Mentoring-Programmen der Landesregierung für Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und in der Landesverwaltung. Dabei würden Frauen auf ihrem Weg zu Führungspositionen unterstützt. Seit 2016 haben den Angaben zufolge rund 530 Frauen daran teilgenommen.