Geschichte - Lüneburg:Historische Möllering-Villa in Lüneburg wird entkernt

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Lüneburg (dpa) - Die geschichtsträchtige Möllering-Villa in Lüneburg wird teilweise abgerissen. Ein Bereich des früher unter Denkmalschutz stehenden Hauses im Stadtteil Häcklingen soll als Dokumentationszentrum erhalten bleiben. 1945 diente es der britischen Armee zu Verhandlungen mit einer Delegation der Wehrmacht über die Kapitulation Hamburgs. "Es ist kein normales Objekt, es hat eine gewisse geschichtliche Dimension", sagt Immobilienunternehmer Manfred Schulte, der die Villa erwarb.

Wegen der hohen Schadstoffbelastung wird der marode Holzgiebel zunächst entfernt, die gemauerten Außenwände bleiben stehen. Die belastete Holzverkleidung wird erneuert. "Dieser Kompromiss wird der geschichtlichen Bedeutung des Ortes gerecht", sagt Schulte. Die Kosten könnten sich auf etwa zwei Millionen Euro belaufen, bestätigte der Unternehmer, der über eine Baugenehmigung Ende nächsten Jahres froh wäre: "In zwei Jahren fertig zu werden, wäre dann realistisch." Aus dem 500 Quadratmeter großen Anwesen sollen vier Einheiten entstehen: ein Ausstellungsraum, der vermietet würde, und drei Reihenhäuser.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Gebäude in Häcklingen errichtet und zunächst als landwirtschaftlicher Lehrbetrieb genutzt worden. Der nachfolgende Eigentümer, der Brauereifabrikant Alexander Möllering, nahm 1935 erste größere Umbauten vor.

Seit 2007 stand das Waldhaus unter Denkmalschutz, weil besonders der Eingangsbereich, wo der britische Feldmarschall Bernard Montgomery zum Kriegsende eine deutsche Delegation empfangen hatte, als Kulisse erhaltenswert schien. In diesem Sommer wurde es vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege von der Liste der Kulturdenkmale gestrichen. Der Zustand des Gebäudes war so schlecht, dass bei einer etwaigen Instandsetzung wesentliche Teile der Bausubstanz nicht mehr erhalten werden könnten, hieß es.

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