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Gen-Kartoffel:Protest gegen Amflora-Anbau

Seit heute darf die Gen-Kartoffel Amflora kommerziell angebaut werden. Greenpeace blockierte aus Protest eine Lagerhalle in Mecklenburg-Vorpommern.

Seit heute darf der Chemie-Konzern BASF seine gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora in Mecklenburg-Vorpommern kommerziell anbauen. Bislang war die Kartoffel nur zu Versuchszwecken auf den Acker gekommen.

Umweltschützer von Greenpeace protestierten gegen den Anbau der Kartoffel. Sie kritisieren, dass Amflora gesundheitsgefährdende Antibiotika-Resistenzgene enthalte, welche gegen die EU-Freisetzungsrichtlinien verstoßen.

Dabei berufen sie sich auf ein unabhängiges Rechtsgutachten und fordern von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) ein nationales Verbot der Gen-Kartoffel, wie es in Österreich bereits besteht.

"EU-Kartoffeldepot geschlossen"

Am Morgen hatten Aktivisten von Greenpeace ein Kartoffellager in Bütow, Mecklenburg-Vorpommern, besetzt. Die etwa 25 Umweltschützer versperrten ein Tor der Lagerhalle in Bütow, einige von ihnen betonierten sich sogar am Boden fest.

"Wir wollen erreichen, dass die Kartoffel nicht auf den Acker kommt", sagte Simone Miller von Greenpeace.

Die Polizei löste die Blockade inzwischen auf. Der betroffene Kartoffelzüchter erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Schon seit Jahren gibt es Amflora-Versuchsanbau in dieser Region und Proteste dagegen. In der Halle ist nach Angaben von Kartoffelzüchter Karl Heinrich Niehoff die Kartoffelernte von 2009 eingelagert, die von BASF zu Stärke verarbeitet werden soll. Neue Pflanzkartoffeln für die Aussaat seien noch nicht da.

Amflora enthält Amylopektinstärke, die beispielsweise zur Beschichtung von Papier eingesetzt wird. Herkömmliche Kartoffeln bilden nach Angaben des Chemiekonzerns ein Stärkegemisch aus Amylopektin und Amylose, das erst mühsam getrennt werden muss. Die neue Gen-Kartoffel helfe somit Energie und Wasser zu sparen.