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Neurologie:Die Formbarkeit des Gehirns

Das Hirn verfügt über eine große Plastizität. Doch noch rätseln Forscher, wie die Neuorganisation genau funktioniert.

(Foto: Emmanuel Dunand/AFP)

Es reicht, sich eine Handlung vorzustellen, um das menschliche Gehirn zu trainieren. Es funktioniert sogar, wenn ihm eine Hälfte fehlt. Über die verblüffende Fähigkeit des komplexesten aller Organe, sich neu zu organisieren.

Bei der Begrüßung plauderten die Studienteilnehmer mit Dorit Kliemann wie all die anderen Besucher, die die Neurowissenschaftlerin vom California Institute of Technology in Pasadena bereits untersucht hatte. "Auf den ersten Blick merkte man ihnen ihren Befund kaum an", sagt die Forscherin. Dennoch handelte es sich um spezielle Probanden: Ihnen fehlte je eine Hälfte ihres Gehirns. Sie war ihnen Jahre zuvor wegen schwerer Epilepsien im Baby- oder Kleinkindalter entfernt worden. Diesen Eingriff wagen Ärzte sehr selten, nur dann, wenn keine andere Therapie hilft. Den sechs Probanden hatte die Operation ein normales Leben ohne wesentliche kognitive oder emotionale Einschränkungen ermöglicht. Das hatte die Neugier von Kliemann und ihren Kollegen geweckt: Wie kann ein halbes Gehirn annähernd so funktionieren wie ein vollständiges?

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