Gefährliche Wolkendecke:Brenngläser am Himmel

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Die episodische Extremstrahlung beeinflusst wohl auch die Umwelt. Bei Algen sei nachgewiesen worden, dass sie an Tagen mit brüchiger Wolkenschicht schlechter wachsen als an Tagen mit gleichmäßigem Sonnenlicht, berichtet Stick. Vermutlich litten die Organismen unter starken Schwankungen der Sonnenstrahlung.

Einige Phasen extremer Strahlung auf Sylt konnten die Forscher allerdings nicht auf den Wolken-Effekt zurückführen. "Manchmal war die UV-Strahlung den ganzen Tag deutlich höher als sonst", berichtet Stick. An solchen Tagen - sie treten alle paar Monate auf - steigt die Sonnenbrand-Gefahr erheblich, ohne dass es Warnsignale gibt.

Die gefährlichen Episoden werden vom Wetterphänomenen in hohen Luftschichten ausgelöst, haben Stick und seine Kollegen herausgefunden. Normalerweise filtert die Ozonschicht das UV-Licht der Sonne. Doch zuweilen verkleinere sich die Schutzschicht, sagt Stick. Dann treiben in der Höhe Luftmassen mit wenig Ozon aus den Tropen in unsere Breiten. Zusätzlich verdrängen Hochdruckgebiete über Mitteleuropa die Ozonschicht.

Mit einer Wettervorhersage für hohe Luftschichten ließen sich die "Niedrig-Ozon-Ereignisse" vermutlich vorhersagen, sagt Stick. Zumindest jedoch müsse ein "UV-Index" vor der hohen UV-Strahlung warnen.

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