Frage der Woche Fliegenlarven als Biochirurgen

Als "Biochirurg" geistert seit einiger Zeit die Lucilia sericata durch die Medien. Hinter der anmutigen Bezeichnung verbirgt sich eine Schmeißfliege, deren Maden nichts lieber tun, als schwärendes Fleisch zu fressen - auch an Wunden von Menschen. Dass dies nicht zum Nachteil des Verwundeten sein muss, beobachteten Ärzte schon vor Jahrhunderten.

Zehn Dinge über ...

Parasiten

Vor einigen Jahren haben Mediziner begonnen, die Maden kontrolliert zur Behandlung chronischer Wunden einzusetzen, wie sie vor allem an den Füßen von Diabetikern vorkommen. Aussichtsreich erschien vor allem das Tempo, mit dem die Maden abgestorbenes Gewebe wegfraßen. So spezialisierten sich bereits Unternehmen auf die Madenproduktion.

Doch die erste größere Studie dürfte den Optimismus dämpfen. Wissenschaftler aus New York hatten auf die Fußwunden von 276 Patienten entweder Larven oder ein herkömmliches spezielles Hydrogel aufgelegt. Die Maden hatten Belege aus abgestorbenen Gewebe am schnellsten beseitigt: Sie brauchten nur 14 Tage, das Gel dagegen 72 Tage. Doch bis die Wunde endgültig verheilt war, verging bei beiden Behandlungen etwa gleich viel Zeit: 236 Tage bei Maden, 245 Tage mit herkömmlicher Therapie.

Negativ ins Gewicht fiel bei der Madenbehandlung, dass sie in den ersten 24 Stunden stärkere Schmerzen verursachte und etwas teurer war. Die Forscher sahen insgesamt beide Methoden als gleichwertig an und empfahlen, die Patienten selbst entscheiden zu lassen, welche Behandlung sie bevorzugten.