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Frage der Woche:Gibt es außerirdisches Leben?

Gerade haben japanische Forscher dazu einen Vorschlag gemacht. Meteoriten seien in die Ur-Ozeane eingeschlagen, die Metalle sowie Kohlenstoff aus dem Weltraum mitbrachten. Auf der Erde existierten bereits Wasser und einfache Stickstoffverbindungen wie Ammoniak. Die hohe Temperatur und der Druck, die aufgrund der Einschläge der Himmelskörper geherrscht hätten, wären geeignete Bedingungen gewesen, um Biomoleküle entstehen zu lassen.

Die Forscher um Yoshihiro Furukawa von der Tohoku-Universität in Sendai haben diese Idee überprüft, in dem sie die Bestandteile von Chondriten, einem häufigen Meteoritentyp, der Kohlenstoff, Eisen und Nickel enthält, mit Wasser, Stickstoff und Ammoniak mischten. Dann feuerten sie ein Projektil in diese Ursuppe, das den Einschlag eines Meteoriten mit einem Tempo von zwei Kilometern pro Sekunde simulierte.

Danach, so berichten sie jetzt in Nature Geoscience konnten sie in der Mixtur Fettsäuren, stickstoffhaltige organische Moleküle und Glycin nachweisen, eine Aminosäure. "Der Großteil der organischen Moleküle, die für die Entstehung des Lebens notwendig waren, entstanden bei Einschlägen außerirdischer Objekte mit Eisen und Kohlenstoff in die Ozeane", erklärten die Wissenschaftler. Und diese Ereignisse seien damals häufig gewesen. Dabei wären vermutlich nicht nur jene Verbindungen entstanden, die sie nun nachweisen konnten, sondern viel mehr, die sich durch weitere Einschläge zu noch komplexeren Molekülen verbinden konnten.

Noch wissen wir zu wenig

Angesichts der riesigen Zahl von Sternen, mutmaßlichen Planeten und Meteoriten kann man erwarten, dass nicht nur auf der Erde entsprechende Bedingungen geherrscht und ähnliche Prozesse abgelaufen sind.

Wir können demnach davon ausgehen, dass sehr wahrscheinlich irgendwo im Weltraum Leben entstanden ist oder noch entstehen wird. Doch wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, bleibt solange unklar, bis wir mehr wissen über die Zahl der Planeten und ihre Eigenschaften sowie über die Chance, dass dort oder auf Meteoriten selbst die richtigen Moleküle zueinanderfinden.

Oder bis sie uns doch endlich besuchen, die Außerirdischen.

Allerdings kann man natürlich auch zu dem Schluss kommen, den Calvin, der sechsjährige Held der Comicreihe "Calvin und Hobbes" des US-Zeichners Bill Watterson, einmal gezogen hat: "Manchmal glaube ich, das sicherste Zeichen dafür, dass intelligentes Leben irgendwo im Universum existiert, ist, dass noch niemand versucht hat, mit uns Kontakt aufzunehmen."

© sueddeutsche.de/gf
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