Foodamentalismus:Die essgestörte Gesellschaft

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Wenn die Gedanken ständig um die "richtige" Ernährung kreisen, sprechen Psychologen von Orthorexie.

(Foto: imago/Westend61)

Strenge Ernährungsregeln dienen immer mehr Menschen als eine Art Ersatzreligion. Die Einteilung in gute und böse Lebensmittel gibt Halt in einer unübersichtlich gewordenen Gesellschaft.

Von Kathrin Burger

Wenn es ums Essen geht, neigen immer mehr Menschen zu Hysterie. Sie meiden etwa Laktose und Gluten, vollkommen unschädliche Substanzen, wenn man gesund ist. Andere halten Zucker für Teufelszeug. Auf manchem Pausenhof patrouillieren Lehrer, um die Brotzeit der Schüler auf ihren Süßgehalt hin zu untersuchen. Auch Kaffee und Alkohol stehen bei vielen auf dem Index. Zahlreiche Ratgeber, Blogs und angesagte Restaurants befeuern diesen "Foodamentalismus" - ein Begriff, den Johann Kinzl, Psychosomatiker an der Universität Innsbruck, geprägt hat.

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