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Folge des Klimawandels:Eisbären gehen an Land

Wegen des schmelzenden Packeises flüchten die Eisbären in der Arktis auf das Festland. Begegnungen mit dem Menschen nehmen zu.

Das schmelzende Eis in der Arktis zwingt die Eisbären in Alaska zunehmend, ihren angestammten Lebensraum auf dem See-Eis zu verlassen. Darauf deutet eine Langzeitstudie aus der Beaufortsee im Nordpolarmeer, die jetzt in dem Fachmagazin Arctic (online) vorgestellt wurde.

Eisbär, afp

Achtung, Eisbär! Die Abwanderung der Polartiere aufs Festland verursacht auch häufigere Begegnungen mit dem Mensch.

(Foto: Foto: AFP)

Demnach wurden in den Jahren von 1997 bis 2005 rund 90 Prozent der Tiere im Wasser schwimmend nahe der Küste, auf Inseln oder dem Festland gesichtet; in einem früheren Untersuchungszeitraum von 1979 bis 1987 sei das nur bei zwölf Prozent der Sichtungen der Fall gewesen.

"Das zeigt, dass es eine Verschiebung des Lebensraums gegeben hat", folgert eine der beiden Studienautoren, die Polarbiologin Karyn Rode vom US Fish and Wildlife Service in Anchorage. Sie vermutet den Grund darin, dass die See in der Beaufort-Region immer später im Jahr einfriert und früher im Frühling wieder schmilzt - die eisfreie Periode habe sich seit 1979 um 13 Tage verlängert.

Deshalb werde das arktische Eisschild in der Region auch insgesamt dünner und instabiler. Rode berichtet, dass die Migration der Raubtiere in Richtung Festland bereits jetzt vermehrt zu Bär-Mensch-Kontakten führe. Daher plane man derzeit Änderungen im Wildlife-Management.