Neueste Berechnungen der europäischen Weltraumagentur Esa und der US-amerikanischen Weltraumagentur Nasa geben die Einschlagswahrscheinlichkeit des Asteroiden 2024YR4 mit weniger als einem Prozent an. Die Esa hat einen Wert von 0,16 Prozent errechnet, die Nasa 0,28 Prozent. Damit fällt der Asteroid unter die kritische Schwelle von einem Prozent.
Auf ihrer Webseite schreibt die Esa: „Dank neuer Beobachtungen befindet sich die Erde nun am Rande unseres schrumpfenden ‚Unsicherheitsfensters‘. Wenn dieser Trend anhält, könnte das Risiko bald bei null Prozent liegen.“
Das Unsicherheitsfenster beschreibt die Linie im Raum, auf der die möglichen Positionen des Asteroiden liegen, wenn er die Erdbahn kreuzt. Zu Beginn der Beobachtung lag die Erde noch mittig in diesem Bereich. Neueste Messungen haben den Bereich so verschoben, dass die Erde nur noch am Rand darin liegt. Sehr wahrscheinlich fällt sie bald ganz aus dem Unsicherheitsfenster.
Nach SZ-Informationen bereitet das Internationale Asteroiden-Warnnetzwerk (IAWN) in diesen Stunden ein Abschlussschreiben vor, das in der Nacht zu Samstag den Vereinten Nationen vorgelegt werden soll. Darin erklären die Autoren das Ausschalten des Netzwerks, das nur bei einer Einschlagswahrscheinlichkeit von mehr einem Prozent aktiv wird. Im IAWN teilen Astronomen und Modellierer aus der ganzen Welt, darunter auch von Esa und Nasa, Erkenntnisse zu Himmelsobjekten, die sich möglicherweise auf Kollisionskurs mit der Erde befinden.
Das Atlas-Teleskop in Chile hatte den Asteroiden 2024YR4 am 27. Dezember 2024 entdeckt. Die Wahrscheinlichkeit, dass er auf der Erde einschlagen könnte, lag zwischenzeitlich bei 2,8 Prozent. Das ist der höchste Wert der vergangenen 20 Jahre. Mit einem Durchmesser von 40 bis 90 Metern hätte ein Aufprall auf der Erde das Potenzial gehabt, eine Stadt zu zerstören. Der mögliche Einschlag wäre am 22.12.2032 geschehen. Im Sommer 2028 wird der Asteroid nochmals im Vorbeiflug von der Erde aus zu beobachten sein.

