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Erster Atombombentest nahe Los Alamos:Der Tag, an dem die Sonne zweimal aufging

Vor 70 Jahren zündeten die USA in New Mexico die erste Atombombe. Der "Trinity Test" entfesselte die Gewalt von 21 000 Tonnen TNT - und war der Auftakt für Hiroshima und Nagasaki.

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J. Robert Oppenheimer

Quelle: AP

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Das Zeitalter der Atombombe beginnt mit diesem Mann: J. Robert Oppenheimer, der auch der "Vater der Atombombe" genannt wird (im Bild rechts, im Gespräch mit Princeton-Professor Oswald Veblen). Seit 1939 dachten die USA über die Entwicklung von Kernwaffen nach - die Amerikaner befürchteten, die Deutschen könnten ihnen in der Kernforschung enteilen. Ab 1942 wurde dem theoretischen Physiker Oppenheimer die Leitung des streng geheimen "Manhattan Projekts" übertragen.

Fat Man, die erste Atombombe der Geschichte

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In der Wüste New Mexicos bauten die Forscher um Oppenheimer die ersten Kernwaffen. Dafür wurde eigens die Forschungsstadt "Site Y" bei Los Alamos errichtet. Zeitweise arbeiteten mehr als 100 000 Menschen am Manhattan-Projekt. Ergebnis der Arbeit: "Fat Man", die erste Atombombe der Geschichte, gefüllt mit 6,2 Kilogramm Plutonium.

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Quelle: Atomic Archive

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Für den ersten Test errichteten die Arbeiter einen 30 Meter hohen Turm in der Wüste. Arbeiter hievten das "Gadget", so der Spitzname der Bombe, einige Tage vor der Zündung hinauf. Die Vorbereitungen an der "Trinity Site" für die Zündung dauerten insgesamt fünf Tage.

ERSTE ATOMBOMBEN-EXPLOSION AM 16. JULI 1945

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Am 16. Juli 1945 um 5:29 Uhr explodierte "Fat Man" mit der Wucht von 21 000 Tonnen TNT-Sprengstoff. Noch in 160 Kilometern Entfernung war die Druckwelle der Explosion zu spüren.

WWII-HISTORY-JAPAN-US

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Noch nie zuvor hatte man auf einen Schlag so eine Gewalt freigesetzt. Der Atompilz erreichte eine Höhe von zwölf Kilometern.

J. Robert Oppenheimer

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Robert Oppenheimer (links) und Generalmajor Leslie Groves begutachten die Wirkung der Bombe. Viel ist von dem Turm nicht übrig geblieben, auf dem das "Gerät" detonierte.

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Welchen Schaden könnte die neue Waffe im Krieg anrichten? Mit Luftaufnahmen ließ sich das Ausmaß der Zerstörung des Trinity Tests abschätzen. Die Explosion grub einen drei Meter tiefen und über 300 Meter breiten Krater in die Wüste. Die Hitze schmolz den Sand zu grünlichem Glas. Forscher tauften dieses Material später auf den Namen "Trinitit".

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Zum Zeitpunkt der ersten Explosion waren bereits zwei weitere Bomben per Schiff auf dem Weg in den Pazifik. Am 6. August fiel das mit Uran bestückte Schwestermodell "Little Boy" auf Hiroshima, drei Tage später detonierte eine "Fat Man" Bombe über Nagasaki.

Robert Oppenheimer

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Bis Ende 1945 kosteten die zwei Atombomben mehr als 200 000 Japaner das Leben. Die Wissenschaftler hatten das Ausmaß der Zerstörung unterschätzt. Oppenheimer hatte kurz vor dem Abwurf erklärt, eine Bombe werde wohl 20 000 Menschen töten. Der Physiker hatte angenommen, viele würden in Schutzräumen Zuflucht suchen. Zudem ignorierten große Teile des US-Militärs die möglichen Langzeitwirkungen von Radioaktivität.

Angesichts des Leids plagten Oppenheimer Gewissensbisse, im Kalten Krieg sprach er sich gegen ein Wettrüsten der Supermächte aus. Die mahnenden Töne legten ihm seine Widersacher als Abtrünnigkeit aus, eine Hexenjagd besiegelte die Karriere des Wissenschaftlers. 1954 entzog ihm die Regierung den Zugang zu Staatsgeheimnissen. (Lesen Sie hier mehr zur Hexenjagd auf Oppenheimer.) Im selben Jahr testete sein Rivale Edward Teller die erste Wasserstoffbombe.

GEDENKEN AN ERSTE ATOMBOMBEN-EXPLOSION

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Die "Trinity Site" ist heute ein Denkmal und wird nur zweimal im Jahr für Zivilisten geöffnet.

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Quelle: Marcin Wichary / CC by 2.0

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Ein Modell des "Gadgets" ist heute im Bradbury Science Museum in Los Alamos ausgestellt.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/chrb/jobr
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