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Ernährung:Die Diät-Lüge

Wie sollte man essen, um gesund abzunehmen? Illustration: Stefan Dimitrov

Pfunde verlieren mit mediterranen Gerichten oder Paleo? Was wir von Naturvölkern lernen können - und warum Speisepläne wie die Steinzeit-Diät kein optimales Abnehmen ermöglichen.

Von Kathrin Burger

Cashew-Kekse mit Guacamole, Hirschsteak mit Kohlrabipüree, Mangocarpaccio - das sind nicht etwa die neuesten Kreationen des Starkochs Jamie Oliver, sondern Rezepte für moderne Jäger und Sammler. Die Anhänger der sogenannten Steinzeitdiät propagieren eine Ernährungsweise, die hauptsächlich auf magerem Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Nüssen basiert. Vieles wird roh verzehrt. Milch, Getreide und Hülsenfrüchte, Errungenschaften aus dem Neolithikum, aus Viehzucht und Ackerbau also, werden hingegen abgelehnt. Die Begründung: Die Angehörigen der Gattung Homo hätten die meiste Zeit ihrer Existenz als Jäger und Sammler verbracht - nämlich von 2,5 Millionen bis rund 8000 Jahre v. Chr. Seine Gene seien daher an die fleischlastige Steinzeitkost optimal angepasst. Heutige Nahrung, reich an Brot, Nudeln, Reis und Zucker sei dagegen verantwortlich für Diabetes, Übergewicht, Herz-Kreislaufstörungen, Allergien und Depressionen. Seit 30 Jahren kursiert diese Theorie in der Fachliteratur. Als Diät erfährt sie seit einigen Jahren auch unter Laien großes Interesse. Etwa drei Millionen US-Amerikaner sollen ihr folgen.

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