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Erderwärmung:Heißester Januar

Der Januar war global betrachtet der bislang wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Temperaturen lagen 1,14 Grad über dem langjährigen Mittel des 20. Jahrhunderts.

Das Jahr 2020 beginnt erneut mit einem Wärmerekord. Der Januar war global betrachtet der bislang wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, wie Daten der US-Atmosphärenbehörde NOAA und der japanischen Wetteragentur JMA unabhängig voneinander zeigen. Um 1,14 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel des 20. Jahrhunderts lagen die Temperaturen über den Ozeanen und den Kontinenten in den ersten 31 Tagen des Jahres durchschnittlich, hat die NOAA ermittelt. Es sei damit der 421. Monat in Folge mit Temperaturen über dem Schnitt des vergangenen Jahrhunderts.

Die vier wärmsten Januare seit Beginn der Aufzeichnungen wurden alle seit 2016 verzeichnet. Zu Beginn dieses Jahres war es etwa in Skandinavien, Asien, Südamerika, über dem Indischem Ozean, Atlantik und Teilen des Pazifiks außergewöhnlich warm. Die Ausdehnung des arktischen Meereises lag deutlich unter dem Durchschnitt, erreichte aber keine Negativrekorde. Kälter als üblich war es in Alaska.

Während die US-Amerikaner in Europa den zweitwärmsten Januar seit Beginn der Aufzeichnungen ermittelt haben, war es laut dem europäischen Klimadienst Copernicus sogar der wärmste überhaupt auf dem Kontinent. Sicher ist, dass der Winter in Europa bislang sehr mild verläuft. In Nordeuropa, von Norwegen bis Russland, lagen die Temperaturen teils um mehr als sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt, vielerorts fehlte der Schnee.

Auch in Deutschland ist bislang wenig vom Winter zu spüren. Laut Deutschem Wetterdienst DWD lagen die Temperaturen im Januar hierzulande durchschnittlich um 3,8 Grad über der Vergleichsperiode von 1961 bis 1990. Eine starke Südwest-Strömung habe nahezu durchgehend sehr milde Luft Richtung Mitteleuropa und Deutschland geschaufelt. Sehr viel Sonne vor allem in Süddeutschland, wenig Regen und noch seltener Schnee waren die Folge. In Orten wie Bremen, Magdeburg oder Dresden fiel keine einzige Schneeflocke.

© SZ vom 19.02.2020
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