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Erdbebengefahr in Japan:"Die Gefahr weiterer Beben ist hoch"

Frederik Tilmann vom Geoforschungszentrum Potsdam beurteilt die Theorie von den unterirdischen Fluiden auf Basis der aktuellen Datenlage skeptisch. Seiner Ansicht nach könne das Iwaki-Beben vom vergangenen April auch die Folge großräumiger Spannungsänderungen in der Region sein. "Die Gefahr weiterer Beben ist hoch, mit und ohne die unterirdischen Fluide", sagt Tilmann.

Zhao und sein Kollege Ping Tong vermuten indes aufgrund ihrer Datenanalyse, dass sich unter der Ruine der Kraftwerks Fukushima Daiichi gefährliche Mengen geologischer Fluide angesammelt haben. Diese könnten demnächst in der Umgebung des Reaktors ein starkes Beben auslösen. Wann genau können die Forscher nicht vorhersagen, allerdings sprechen sie von der "nahen Zukunft". Behörden und Kraftwerksbetreiber ermahnen sie dazu, die havarierte Reaktoranlage gegen Erdbeben zu sichern, um eine weitere nukleare Katastrophe zu vermeiden.

Erst in dieser Woche ist bekannt geworden, dass Japan den Betreiber des Katastrophen-Atomreaktors von Fukushima mit weiteren 6,7 Milliarden Euro unterstützen will. Das Geld soll zusätzlich zu bereits zugesagten 8,7 Milliarden Euro an den Stromversorger fließen, beschloss die Regierung in Tokio am Montag.

Bis Ende März 2013 benötigt Tepco nach Schätzungen einer von der Regierung beauftragten Expertenkommission rund 44 Milliarden Euro für Entschädigungen und weitere rund zehn Milliarden Euro für den Rückbau von vier der sechs Reaktoren in Fukushima. Die Arbeiten dazu werden demnach etwa 40 Jahre dauern. 16 der 17 Atomreaktoren Japans sind derzeit vom Netz genommen.

© SZ vom 15.02.2012/mcs

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