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Entwicklungen aus der Raumfahrt:Überirdisch gut

To the Moon and back: mankind's giant leap 50 years on

Am 16. Juli 1969 startet die Rakete von Cape Canaveral. An Bord: ein Prototyp des Akkubohrers.

(Foto: AFP)

Der Akkuschrauber, die Gleitsichtbrille oder auch die Rettungsdecke werden im Alltag häufig verwendet. Konzipiert waren sie für die Raumfahrt.

Und was hat uns die Raumfahrt gebracht außer verschwommenen Bildern von weiß vermummten Männern, die schwerfällig durch eine graue Landschaft tappen? Allerhand praktische Dinge, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Akkuschrauber

Bevor das kabellose Werkzeug zur Freude jeden Heimwerkers im Baumarkt landete, war es schon auf dem Mond. Der Astronaut Neil Armstrong sollte möglichst viel Mondgestein freilegen und zur Analyse auf die Erde zurückbringen. Um nicht nur Bodenproben von der Oberfläche zu kratzen, brauchte er einen batteriebetriebenen, kompakten Bohrer, der sich durch die Gesteinsschichten arbeiten konnte. Vor dem Gebrauch wurde das kabellose Gerät während eines Parabelflugs getestet, um den Einsatz unter Schwerelosigkeit zu simulieren.

Handy-Kamera

Die ständige Begleiterin vieler Jugendlicher gehört auch zur Ausrüstung der Raumfahrer. Buzz Aldrin, der zweite Mensch auf dem Mond, war der Erste, der 1966 ein Weltraum-Selfie aufnahm. Ein Großteil seines Gesichts liegt im Schatten, aber die Weite des Alls ist deutlich zu erkennen. Allerdings waren die Kameras damals teuer und klobig, weshalb die Nasa in den Neunzigerjahren einen Bildsensor entwickelte, der klein und energieeffizient ist.

Feuerfester Anzug

Bereits 1967 wollte die Nasa ihr Apollo-Mondprogramm starten. Doch während eines Tests auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral fing die Raumkapsel Feuer, alle drei Astronauten starben. Um die Sicherheit zu erhöhen, wurde daraufhin an der Entwicklung unbrennbarer Materialien geforscht. Heraus kam Polybenzimidazol, kurz PBI. Die Fasern sind feuerfest und werden daher in Weltraumanzügen verwendet, seit 1983 auch als Oberstoff für Brandschutzkleidung der Feuerwehr.

Gleitsichtbrille

Röntgenblick für Brillenträger: Mit Diamant-Schneidewerkzeugen sind Gleitsichtgläser auf den tausendstel Millimeter genau geschliffen. Entwickelt wurde das Verfahren für den deutschen Röntgensatelliten Rosat. Mit den extrem glatt geschliffenen Spiegeln des Wolter-Weltraumteleskops konnten Röntgenstrahlen aus dem All gebündelt werden. Etliche Röntgenquellen wie Sterne und Galaxienhaufen wurden dadurch entdeckt. Die von Carl Zeiss entworfenen Spiegel standen lange Zeit im Guinness-Buch der Rekorde. Sie waren die glattesten der Welt.

Rettungsdecke

Die gold- und silberfarbene Folie ist mittlerweile fester Bestandteil jedes Erste-Hilfe-Kastens. Sie besteht aus einer stark reflektierenden Aluminiumschicht und einer transparenten, wasserdichten und reißfesten Folie aus Mylar. Der Stoff ist beweglich und gleicht extreme Temperaturunterschiede aus, weshalb mehrere Mylarschichten in den Raumanzügen eingearbeitet sind. Die Folie isoliert und schützt damit vor Überhitzung ebenso wie vor Unterkühlung.