bedeckt München 11°
vgwortpixel

Energiegewinnung:427 Grad heißes Wasser

Zementwerk? Erdgasbohrung? Äußerlich unscheinbar wirkt die Anlage "Thor", die 4,7 Kilometer tief in vulkanisches Gestein bohrt.

(Foto: Statoil)

In Island wurde an einem Vulkan 4,7 Kilometer weit in die Tiefe gebohrt - dorthin, wo Stahl weich wird und Wasser einen bizarren Aggregatzustand einnimmt. Es könnte der Weg zu einer völlig neuen Energiequelle sein.

Dieser Thor ist keine nordische Gottheit. Er ist ein Bohrturm. Er steht auf der Reykjanes-Halbinsel, einem Teil Islands, wo etwa alle tausend Jahre ein Vulkan ausbricht. Äußerlich gleicht der Bohrturm anderen Anlagen, die nach Öl und Gas suchen: ein 140 Meter hohes Ungetüm aus weiß lackiertem, etwas rostigem Stahl, daran befestigten Leitungen und einer Bühne zum Herablassen von Rohren. Thor soll ein Loch graben, fast fünf Kilometer tief ins schwarze Basaltgestein der Halbinsel. Zwar gibt es schon viele hundert Bohrlöcher auf der Vulkaninsel. Diese zapfen bislang aber nur das natürliche warme Wasser im Untergrund an. Das neue Loch ist ein Wagnis: Nie zuvor stießen Ingenieure so tief in eine derart heiße Region der Erdkruste vor.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Internationale Politik
"In der Krise werden autoritäre Staaten noch autoritärer"
Teaser image
Felix Lobrecht
"Ich war immer der König des Dispos"
Teaser image
Psychologie
Die dunkle Seite der Empathie
Teaser image
Tourismus
"Auf dem Atlantik kann dann erst mal keiner helfen"
Teaser image
Ansteckungsketten
Wie Haustiere auf Corona reagieren
Zur SZ-Startseite