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Energie vom Acker:Nachwachsende Zweifel

Die Energie vom Acker soll in den nächsten Jahren zum wichtigen Eckpfeiler der deutschen Energiewende werden - hofft die Bundesregierung. Die Kritik an Biokraftstoffen bringt sie nun in Bedrängnis.

Sie säten Optimismus und hofften auf eine reiche Ernte: Noch in der vergangenen Woche war Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) ins bayerische Straubing gereist, um sich ein Bild davon zu machen, was aus den Forschungsmillionen für Energie vom Acker geworden ist.

Bei der Eröffnung einer geförderten Demonstrationsanlage für die Produktion von Kraftstoff aus Stroh schwärmte die Ministerin aus Berlin in den höchsten Tönen: "Im Sinne einer nachhaltigen Bioökonomie" leiste die Anlage einen wichtigen Beitrag. "Dank dieser neuen Anlage können Tank und Teller vom selben Feld gefüllt werden, ohne in Konkurrenz zueinander zu stehen."

Die Energie vom Acker, so das Credo der Bundesregierung, solle in den nächsten Jahren zum wichtigen Eckpfeiler der deutschen Energiewende werden. Nachwachsende Rohstoffe aus Pflanzen, Holz oder Stroh würden in immer größerem Ausmaß fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ablösen. Schließlich galten sie bislang als klimaneutral und gut speicherbar. Schon heute hat Energie aus Biomasse einen Anteil von sechs Prozent an der Energieversorgung in Deutschland.

Bis 2050 soll er sich laut Energiekonzept auf 23 Prozent mehr als verdreifachen. Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte unlängst angekündigt, er wolle die Nutzung von Biomasse auf jeden Fall vorantreiben. Die Europäische Union schreibt das ohnehin vor. Denn nach einer Vorgabe aus Brüssel müssen die EU-Staaten bis 2020 zehn Prozent der fossilen Kraftstoffe durch Biosprit ersetzen.