Eiszeitliches Massensterben:Höhlenbär, Braunbär und Mensch

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Beim Höhlenbär begann der Niedergang bereits vor 50.000 Jahren. Ähnlich wie der Höhlenlöwe hatte er einen beschränkten Speiseplan: Er ernährte sich fast ausschließlich vegetarisch.

"Er hatte es womöglich schwer, genug nährstoffreiche Pflanzen zu finden, um über den Winter zu kommen", sagt Martina Pacher von der Universität Wien.

Konkurrenten um die Höhle

Die Forscherin hat Daten über Höhlenbären und die nahe verwandten Braunbären zusammengetragen, um herauszufinden, warum die eine Art das Massensterben überlebt hat und die andere nicht.

Der Einfluss des Menschen war eher indirekt, so Pacher: "Der Höhlenbär war kein bevorzugtes Jagdtier, aber wahrscheinlich konkurrierte er mit dem Menschen um Höhlen zum Überwintern."

Der Blick auf die Ernährung zeige, dass der Braunbär flexibler war, sagt Bocherens: "Er war zunächst ausschließlich Fleischfresser, stieg aber auf Pflanzen um, als der Höhlenbär ausstarb."

Nachdem das warme Klima die Eiszeit-Riesen geschwächt hatte, gab die menschliche Jagd vielen den Rest, sagt Anthony Stuart: "Das könnte in einigen Fällen zum endgültigen Aussterben beigetragen haben."

Bocherens glaubt zudem, dass der Mensch nach dem Ende der Eiszeit auch die letzten Refugien in Sibirien unsicher machte, in denen die Kälte liebenden Tiere Zuflucht fanden: "In früheren Warmzeiten konnten sie den Kontinent von solchen Rückzugsgebieten aus wieder besiedeln."

Den Überlebenden des Massensterbens drohen derweil neue Gefahren. Die globale Erwärmung reduziert den Lebensraum von Rentieren, Elchen, Moschusochsen und Saiga-Antilopen nun ein weiteres Mal.

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