Süddeutsche Zeitung

Polkappen:Größter Eisberg bricht in der Antarktis ab

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In einer Bucht des südlichen Weddell-Meers hat sich der derzeit weltgrößte Eisberg gelöst. Die Fläche von "A76" übersteigt die von Mallorca.

In einer Bucht der Westantarktis ist einer der größten jemals beobachteten Eisberge abgebrochen. Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur Esa hat A76 eine Fläche von 4320 Quadratkilometern und ist damit derzeit der größte Eisberg der Welt.

Aufnahmen eines Copernicus-Satelliten der Esa zeigen, dass A76 derzeit 170 Kilometer lang und 25 Kilometer breit ist, er ist damit etwas größer als die Mittelmeerinsel Mallorca (3640 Quadratkilometer). Zunächst hatte die britische Antarktis-Mission den Abbruch entdeckt, die Beobachtung wurde auch vom US-amerikanischen National Ice Center bestätigt. A76 ist vom sogenannten Filchner-Ronne-Schelfeis abgebrochen, einer Meereisfläche so groß wie Schweden, die sich über eine Bucht im südlichen Weddell-Meer erstreckt.

Das Kalben von Eisbergen ist prinzipiell ein natürlicher Vorgang und muss nicht zwingend mit dem Klimawandel zu tun haben. Simulationen des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven zeigen aber, dass das Filchner-Ronne-Schelfeis in den nächsten Jahrzehnten deutlich schrumpfen könnte. Laut den Klimatologen wird mit der zunehmenden Erwärmung in der Antarktis die Meereisbildung im südlichen Weddell-Meer abnehmen, was zu einem Einstrom wärmeren Wassers unter das Schelfeis führt und dieses schmelzen lässt. Den Auftakt dieses Prozesses sagen die Forscher jedoch erst für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts voraus, etwa um das Jahr 2070 herum.

A76 ist geringfügig größer als A23a, der bereits 1986 abbrach und im Januar 2021 noch 4000 Quadratkilometer maß. Der bisherige Rekordhalter schaffte es jedoch nur 200 Kilometer weit und liegt seitdem auf dem Meeresboden auf. 2017 kalbte mit A68 ein rund 6000 Quadratkilometer großer Eisberg, er zerbrach 2019 und 2020 in mehrere Einzelteile. Noch größer war B15, ein rund 11 000 Quadratkilometer großer Tafeleisberg, der sich im Jahr 2000 vom Ross-Schelfeis löste.

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