DresdenSachsen gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

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Michael Kretschmer spricht während einer Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus.
Michael Kretschmer spricht während einer Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ist in Sachsen vielerorts mit Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht...

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Dresden (dpa/sn) - 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ist in Sachsen vielerorts mit Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Der Sächsische Landtag und die Landesregierung erinnerten am Montag in Dresden in einer gemeinsamen Veranstaltung an die Geschehnisse während des Zweiten Weltkrieges. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von dem „dunkelsten Teil“ deutscher Geschichte. Millionen von Menschen seien von Nationalsozialisten schikaniert, vertrieben, misshandelt und ermordet worden. Auch wenn eine Minderheit von einem „Schuldkult“ spreche, sei eine Erinnerungskultur 75 Jahre danach wichtig.

„Zu unserer Art in Deutschland zu leben, gehört eine klare Haltung zu unserer Vergangenheit, eine eindeutige Ablehnung jeder Form von Antisemitismus und eine Unterstützung für das Existenzrecht von Israel“, betonte Kretschmer.

Landtagspräsident Matthias Rössler rief dazu auf, Antisemitismus zu bekämpfen und für die Demokratie einzutreten. Nichts ‎rechtfertige Todesdrohungen, Gewaltaufrufe oder politisch motivierte Angriffe. „Wer so etwas tut, der hat nichts aus unserer Geschichte gelernt.“ Der 27. Januar ist in Deutschland nationaler Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

In Dresden verlasen Schüler vor der Kreuzkirche mehr als 1900 Namen von im Nationalsozialismus ermordeten Dresdner Juden, Sinti und Roma und Kindern von Zwangsarbeiterinnen. „Es ist viel persönlicher, wenn man die Namen hört und etwas über das Schicksal erfährt“, sagte Theresa von der achten Klasse des St. Benno-Gymnasiums, die sich an der Aktion beteiligte. Auch in Leipzig und Chemnitz wurde am Morgen an die Opfer der Nationalsozialisten erinnert. Die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain wollte am Nachmittag mit einer Lichtkunstaktion „23.752“ an die namentlich bekannten Opfer, die von 1941 bis 1945 im Kriegsgefangenenlager starben.

Sachsens SPD-Vorsitzender und stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig rief am Gedenktag zum Widerstand gegen Rechtsextremismus sowie zum Einsatz für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgefordert. „Für uns muss jeden Tag und besonders heute klar sein: So etwas darf sich nicht wiederholen. Niemals wieder“, sagte er in Dresden. „Das ist unsere Verantwortung und die aller nachfolgenden Generationen.“ Eine freiheitsliebende und demokratische Gesellschaft müsse jeden Tag aufs Neue erkämpft werden.

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