bedeckt München 15°

Dinosaurier:Der kleine Urzeit-Protz

Er war nicht groß und fliegen konnte er auch nicht. Doch das Balzverhalten des gefiederten Epidexipteryx war vermutlich sehr eindrucksvoll.

Chinesische Forscher haben in der Inneren Mongolei ausgegraben einen Dinosaurier ausgegraben, der eindrucksvolle Fefdern besaß. Fliegen konnte das Tier allerdings nicht, berichten die Wissenschaftler im britischen Fachjournal Nature (Bd. 455, S. 1105).

"Epidexipteryx" besaß vier ungewöhnlich lange Schwanzfedern, die es vermutlich zum Balzen nutzte.

(Foto: Grafik: dpa/Nature)

Dafür besaß das taubengroße Tier vier ungewöhnlich lange Schwanzfedern, die es vermutlich zum Balzen nutzte. In der Evolution der Vögel wären demnach Schmuckfedern lange vor den Flugfedern entstanden.

Die bislang unbekannte Urechse lebte in der Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren und erhielt den Namen Epidexipteryx hui. Epidexipteryx bedeutet so viel wie Balzfeder, hui ehrt den Paläontologen Yaoming Hu.

Wie die Forscher um den Paläontologen Fucheng Zhang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking berichten, stellt Epidexipteryx eine Übergangsform dar. Seine Haut war von Federn bedeckt; da diese jedoch keine Federkiele besaßen, konnte der Saurier sie nicht zum Fliegen einsetzen.

Die vier langgestreckten, bandähnlichen Schwanzfedern hingegen entsprachen in ihrer Struktur derjenigen von Federn heutiger Vögel. Epidexipteryx ist der bisher älteste entdeckte Echsenbeckendinosaurier mit Federn, die lediglich dem Aussehen und nicht der Flugfähigkeit diente.

Die neue Dinosaurierart gehört zur Gruppe der zweibeinigen Theropoda, aus der sich später die Vögel entwickelten.

Der "Balzsaurier" war kleiner als die meisten anderen vogelartigen Saurier: Er wog nur etwa 160 Gramm. Bei dem gut erhaltenen Fossil handelt es sich um ein halbwüchsiges Tier. Es besaß einen länglichen Kopf und besonders große Frontzähne.

© dpa/mcs