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Paläontologie:Was das Ende der Dinosaurier besiegelte

Vor 66 Millionen Jahren wirbelte der Einschlag eines Asteroiden vermutlich so viel Staub auf, dass alle landlebenden Dinosaurier ausstarben.

(Foto: Willgard Krause/ Pixabay)

Im Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko haben Forscher Überreste von Asteroidenstaub entdeckt. Die Tiere fielen wohl einem Einschlag zum Opfer.

Von Peter Strigl

Seit den 1980er-Jahren diskutieren Paläontologen, ob ein großer Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren das Ende der Ära der Dinosaurier besiegelte. Doch es gibt immer wieder Einspruch gegen diese These. Eine andere Theorie behauptet, dass eine Reihe von Vulkanausbrüchen für das Aussterben verantwortlich war.

Jetzt hat eine internationale Gruppe von Forschern etwas gefunden, das die Asteroiden-These endgültig belegen soll. Bereits seit 2016 sammelten Wissenschaftler der University of Texas at Austin Bohrproben im Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko. Der 1991 entdeckte, fast 200 Kilometer große Krater gilt als Einschlagsort des Asteroiden, der die Dinosaurier getötet haben soll. In der Studie, die nun in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde, berichten die Forscher von hohen Iridium-Konzentrationen in den Bohrkernen.

Dieser Fund des seltenen Elements stellt eine heiße Spur dar. Die Begründer der Asteroiden-These, Walter Alvarez und sein Vater Luis Alvarez, hatten 1980 eine Kalkschicht mit hohem Iridiumanteil im Erdgestein nachgewiesen, die zum Ende der Ära der Dinosaurier entstanden war. Iridium kommt nur selten auf der Erde vor, dafür aber auf bestimmten Asteroiden. Ein solches Exemplar müsse demnach die Erde getroffen haben, folgerten sie. Der aufgewirbelte Staub habe die Sonne verdunkelt und eine Kaltzeit ausgelöst. Pflanzen gingen ein, darunter litten auch die Dinosaurier. So weit die - stark vereinfachte - Theorie, die das plötzliche Verschwinden der Echsen am Ende der Kreidezeit erklären soll.

Mit den Iridium-Funden im Einschlagskrater haben Vertreter dieser Theorie nun ein weiteres starkes Indiz, nach der Entdeckung des Kraters selbst vor nun 30 Jahren. Geochemie-Professor und Studienleiter Steven Goderis aus Brüssel geht sogar so weit zu sagen, dass "der Kreis sich nun endlich schließt". Das massive Vorkommen von Iridium im Chicxulub-Krater beseitige jeden Zweifel, dass es zwischen dem Asteroideneinschlag und dem hohen Iridium-Gehalt vieler Gesteine aus dieser Zeit einen kausalen Zusammenhang gibt. Es gibt zudem weitere Hinweise: 2019 beschrieben US-Paläontologen Fossilien von Pflanzen, Fischen und weiteren Tieren, deren Verenden direkt mit dem Einschlag im Golf von Mexiko in Zusammenhang stehe.

Anhänger der Vulkan-Hypothese argumentieren allerdings, dass die Iridium-Anomalie auch auf Vulkanausbrüche zurückzuführen sein könnte. Sie bringen das Aussterben der Dinos mit starker Aktivität des Dekkan-Trapps in Indien in Verbindung. Das Dekkan-Trapp ist eine der größten Regionen vulkanischen Ursprungs weltweit. Die Theorie ist jedoch äußerst umstritten. Unter anderem, weil das Iridium in für Vulkane ungewöhnlichen Isotopenverhältnissen vorliegt.

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