Die Zahl 630 000 Kilometer

über der Erdoberfläche lassen sich noch Reste der irdischen Atmosphäre aufspüren. Das zeigte kürzlich eine Entdeckung des Sonnenobservatoriums Soho, das etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im Weltraum schwebt.

über der Erdoberfläche lassen sich noch Reste der irdischen Atmosphäre aufspüren. Das zeigte kürzlich eine Entdeckung des Sonnenobservatoriums Soho, das etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im Weltraum schwebt. Den Messungen zufolge erstreckt sich der äußerste Teil der Erdatmosphäre demnach bis in eine Zone, die jenseits des Mondes liegt. "Der Mond fliegt durch die Erdatmosphäre", kommentiert Igor Baliukin vom russischen Weltraumforschungsinstitut. Dabei darf man sich unter dem Begriff "Atmosphäre" allerdings kein Gasgemisch vorstellen, das der Luft auf der Erdoberfläche auch nur entfernt ähnelt. Im äußersten Grenzbereich zwischen Erdatmosphäre und der Leere des Alls gibt es vielmehr einen dünnen Nebel aus Wasserstoffatomen, der Geocorona genannt wird, in Analogie an die Corona der Sonne. Eines der Messinstrumente an Bord der Raumsonde Soho ist empfindlich genug, um den Wasserstoff der Geocorona zu messen. Den richtigen Blick auf die Erde hat Soho allerdings nur an wenigen Tagen des Jahres. Die Entdeckung der Wasserstoffteilchen in der sogenannten Exosphäre der Erde ist auch für die Untersuchung sogenannter Exoplaneten interessant. Sollte man dort Wasserstoff im weiteren Umfeld finden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es auf den Planeten selbst - wie auf der Erde - Wasser gibt. Als die Astronauten der Mondmission Apollo 16 im Jahr 1972 ein Teleskop auf dem Mond aufstellten, gelang ihnen bereits eine erste Aufnahme der irdischen Geocorona, die im UV-Licht der Sonne aufglühte. Dass sie selbst von den Ausläufern der Erdatmosphäre umhüllt waren, blieb allerdings unklar.