Mikrometer ist die Distanz, über die der Spin von Elektronen im Material Graphen transportiert werden kann. Das ist weit mehr, als bisher erreicht, und könnte eines Tages einen neuen Typ leistungsfähigerer Computer ermöglichen. Um Informationen zu speichern und zu verarbeiten, würde in solchen Rechnern statt elektrischer Ladungen der Spin der Elektronen genutzt - eine quantenmechanische Eigenschaft, ähnlich einem Drehimpuls. An solcher "Spintronik" arbeiten Forscher seit Langem, in manchen Datenspeichern werden derartige Bauteile bereits eingesetzt. Aber eine breitere Verwendung scheiterte bislang unter anderem daran, dass der Spin der Elektronen sich nur über sehr kurze Zeiten und Distanzen kontrollieren lässt. Forscher um Venkata Kamalakar und Saroj Dash von der Chalmers University im schwedischen Göteborg haben nun das Kohlenstoff-Material Graphen auf eine Unterlage aufgedampft. Die produzierte Folie zeigte demnach bei Raumtemperatur weit bessere Spintronik-Eigenschaften als vergleichbare Materialien: Der Spin der Elektronen und damit die Information konnte über größere Strecken weitergegeben werden und blieb mit 1,2 Nanosekunden auch vergleichsweise lange erhalten ( Nature Communications).
Die Zahl16
Mikrometer weit kann der Spin von Elektronen im Material Graphen transportiert werden, haben Forscher gemessen - weit mehr als bisher erreicht. Das eröffnet neue Möglichkeiten für künftige Computertechnik.
Von Marlene Weiß