Die Perseiden kommen Es wird Sternschnuppen regnen

Ab Donnerstagabend können Sterngucker ein besonderes Spektakel beobachten: Die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt in den kommenden Tagen die Erdbahn. Der Meteorstrom, bekannt als die Perseiden, wird Hunderte Leuchtspuren über das Firmament ziehen.

Von Donnerstagabend an gibt es erneut ein Spektakel im All. Und anders als die Landung der Nasa-Roboters Curiosity auf dem Mars lässt es sich diesmal ohne Zeitverzögerung und technische Hilfsmittel beobachten: Der schönste und reichste Meteorstrom in Erdnähe, die Perseiden, beschert Sternguckern in den kommenden Tagen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Der Höhepunkt des Himmelsphänomens liegt in diesem Jahr genau auf dem Wochenende.

Ein Meteor aus dem Strom der Perseiden, fotografiert 2011 von der Internationalen Raumstation ISS aus.

(Foto: Nasa)

"Sternschnuppen sind morgens grundsätzlich besser zu beobachten. Die Stunden zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang sind daher am aussichtsreichsten", erklärt Hans-Ulrich Keller, Professor an der Universität Stuttgart.

Regnen wird es in dieser Zeit zum Glück fast nur Sternschnuppen. Das Wetter spielt mit und wird zum Wochenende hin besser. "Wir kommen zunehmend in den Einflussbereich eines Hochdruckgebietes. Das heißt, es klart nachts auf. Es gibt dann vielerorts gute Bedingungen zur Beobachtung der Perseiden", sagt Thomas Ruppert, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Die meisten Sternschnuppen fallen in der Nacht von Samstag auf Sonntag. "Da haben wir das Glück, dass auch das Mondlicht die Sicht auf die Perseiden nicht stören wird", erklärt Keller. Am kommenden Montag endet das Himmelsschauspiel.

Der Ursprung der Perseiden scheint im namensgebenden Sternbild Perseus zu liegen. Ursache des Phänomens ist der Komet "109P/Swift-Tuttle", der eine lange Spur aus Staub und Körnchen hinter sich herzieht. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die Erde diesen Schweif jedes Jahr im August. Dann dringen die Kometenteilchen in die Atmosphäre ein und verglühen dort als mehr oder weniger helle Meteore. Dabei haben sie eine Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Sekunde, also 216.000 Kilometern pro Stunde. Ein Raumschiff mit dieser Geschwindigkeit wäre binnen knapp zwei Stunden beim Mond.

Die Sternschnuppen heißen im Volksmund auch "Laurentiustränen", weil sie just um den Gedenktag des Heiligen am 10. August besonders oft zu sehen sind. Die kleinen Lichtblitze galten als die Tränen des Himmels über das Martyrium des Laurentius. Er wurde am 10. August 258 auf Befehl des römischen Kaisers Valerian auf glühendem Rost zu Tode gefoltert.