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·:Die Folgen des anthropogenen Treibhauseffekts

Über die Folgen des von Menschen verursachten Treibhauseffekts wird noch gestritten. Die Befürchtungen reichen von einem Ende der Wintersportmöglichkeiten bis zu heftigen Naturkatastrophen.

function death() {mem = window.open('/app/panorama/emission/emission.html','emissionskarte','height=740,width=710,menubar=no,location=no,status=no,alwaysRaised=yes,top=50,left=50');}Weltkarte mit Daten und Fakten zu Schadstoff-Emissionen

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Orkane werden in Zukunft häufiger und starker wehen.

Im letzten Jahrhundert hat sich die Luft um 0,6 Grad Celsius erwärmt. Und für die nächsten hundert Jahre weisen Klimamodelle sogar einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von 1,4 bis 5,8 Grad auf.

Diese relativ große Spanne zeigt, dass die Modelle nur Vermutungen, keine gesicherten Ergebnisse liefern können. In einem Punkt sind sich die meisten Wissenschaftler jedoch einig: Selbst wenn sich die Anzahl von Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren nicht erhöht, werden sie an Intensität gewinnen.

Da sich die Ozeane langsamer aufheizen als die Kontinente, erwärmt sich die Erdoberfläche ungleichmäßig - und dies führt zu Temperaturunterschieden in der Atmosphäre. Beim Versuch, diese Gegensätze auszugleichen, reagiert die Atmosphäre beispielsweise mit Sturm und Hagel.

Häufige Stürme

Die Klimaveränderungen zeigt sich schon heute darin, dass die Winde stärker wehen, als noch vor 20 Jahren. Und in den Tropen hat sich die mittlere Windgeschwindigkeit sogar um 20 Prozent verstärkt.

In Zukunft, so befürchten Experten, könnten vermehrt Wirbelstürme und Orkane auftreten - mit größerer Stärke. Denn die Gebiete, in denen solche Stürme entstehen können, werden sich voraussichtlich ausdehnen.

Denn Wirbelstürme entstehen nur, wenn die obere Wasserschicht eine Temperatur von mindestens 27 Grad Celsius hat. Erwärmt sich das Meerwasser global, könnten diese Bedingungen auch in bislang gemäßigten Klimazonen auftreten.

In den Tropen werden die Winde auf jeden Fall stärker. Denn je wärmer das Wasser ist, desto heftiger bläst der Wind.

Zunehmende Niederschläge

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Die Niederschlagshäufigkeit droht deshalb weltweit um 3 bis 15 Prozent anzusteigen. Damit wächst auch die Hochwassergefahr, vor allem im Winter. Aufgrund der steigenden Temperatur bleibt der Regen nicht als Schnee auf den Bergen liegen, sondern lässt die Pegel der Flüsse und Seen anschwellen. Dies könnte für Mitteleuropa ein Ende der Wintersportwirtschaft bedeuten.

Dürren wird es jedoch weiterhin geben: Falls die Niederschläge vorwiegend im Winter fallen, werden die Sommer umso trockener.

Dies könnte fatale Folgen gerade für die Trockengebiete haben, in denen Wasser ohnehin eine knappe Ressource ist. Politologen rechnen außer mit Wassermangel, Hungersnöten und Flüchtlingsströmen sogar mit Kriegen um das lebenswichtige Nass.

Gefahr des Hochwassers

Nicht nur höhere Niederschläge, sondern auch steigende Meeresspiegel und ein Abschmelzen der Gletscher und des Polareises vergrößern die Hochwassergefahr.

Der Meeresspiegelanstieg ist nicht exakt vorauszusagen. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) kommt zu folgenden Ergebnissen. Da sich erwärmtes Wasser ausdehnt, lassen allein die höheren Wassertemperaturen die Pegel in den nächsten hundert Jahren um 28 Zentimeter anschwellen. Durch die abtauenden Gletscher und das schrumpfende Grönlandeis steigt der Wasserspiegel weiter auf 49 Zentimeter. Wegen der vielen Unsicherheitsfaktoren schwanken die Schätzungen des möglichen Wasseranstiegs aber zwischen 20 und 96 Zentimeter.

Verschiebung von Vegetationszonen

Bei einer Verdoppelung des derzeitigen Kohlendioxidgehalts, könnten sich die Grenzen der Wälder und Steppen theoretisch um bis zu 600 Kilometer polwärts verlagern. Tundra, Taiga und die europäischen Wälder würden ihre Ausbreitungsgebiete dann weit nach Norden verschieben.

Tatsächlich können Waldgebiete sich in einem Jahrhundert aber höchstens um 10 bis 100 Kilometer verschieben oder ausweiten. Das Klima verändert sich also eventuell schneller, als sich die Vegetation anpassen kann. Mögliche Folgen sind völlig veränderte Ökosysteme.

Krankheiten breiten sich aus

Durch die zu erwartenden Klimaveränderungen können sich eventuell auch längst besiegt geglaubte Krankheiten wie Malaria, Dengue- und Gelbfieber wieder ausbreiten - und zwar bis nach Europa und Nordamerika.

Heute leben noch etwa 45 Prozent der Weltbevölkerung in malariagefährdeten Regionen. In hundert Jahren, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), könnten es 60 Prozent sein.

Beispeilsweise erkranken schon heute rund 400 Millionen Menschen im Jahr an Malaria. Bei voranschreitender Klimaveränderung befürchtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich mindestens 50 Millionen zusätzliche Fälle.

Ackerland wird zur Wüste

Die "Desertifikation" - die vom Menschen verursachte Umwandlung fruchtbarer Gebiete zu Wüsten - kann nur dort stattfinden, wo das Klima dies begünstigt.

Eine mögliche Desertifikation beschränkt sich also auf Gebiete, die schon relativ trocken sind - also Wüsten, Steppen und Savannen.Da sich das Klima verändert, sind nun auch solche Gebiete von der Wüstenbildung bedroht, die bis jetzt intensiv landwirtschaftlich genutzt werden.