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Coronavirus:Sars-CoV-2 aus Pelztieren

Drosten zu Herkunft von Sars-CoV-2

Marderhunde auf einem Markt in Guangzhou. Beim Töten der Tiere sei die Gefahr groß, sich bei ihnen anzustecken, sagt Christian Drosten.

(Foto: Paul Hilton/dpa)

Der Berliner Virologe hält Zuchtfarmen für Marderhunde oder Schleichkatzen in China für den wahrscheinlichsten Ort, an dem das neue Coronavirus auf den Menschen übersprang.

Unter den vielen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 hält der Berliner Virologe Christian Drosten Pelztierfarmen für die plausibelste. Er begründet dies mit der Herkunft des Coronavirus Sars-1, das vor knapp 20 Jahren von China aus zu einer Infektionswelle geführt hat, die weltweit etwa 800 Todesopfer forderte. Sars-1 stamme aus Marderhunden oder Schleichkatzen und sei mit Sars-CoV-2 eng verwandt, so Drosten. Er betonte aber, dass es sich nur um eine Hypothese handele: "Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft", sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin Republik.

Beim ersten Sars-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. "Das ist gesichert." In China würden Marderhunde in großem Stil für Pelze gezüchtet. Dabei würden auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht; sie könnten zuvor Fledermäuse gefressen haben, die als Ursprung von Sars-CoV-2 gelten. "Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen", erklärte der Virologe. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich der Mensch mit dem Virus anstecken." Für ihn sei überraschend gewesen, dass diese Zucht noch einmal als Ausgangspunkt einer Pandemie infrage kommen würde. Bis vor kurzem habe er "in der naiven Vorstellung" gelebt, dass die Pelztiere als bekannte potenzielle Übergangswirte inzwischen kontrolliert würden, doch das sei nicht der Fall.

© SZ/dpa
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