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Computertechnik:KI-Chip in XXXS-Größe

Es fährt wie ein Hund seinem Herrchen hinterher: Chinesische Forscher präsentieren ein selbstlernendes Fahrrad. Die Technik ist viel kleiner als bisherige KI-Geräte

Das Filmchen erinnert an ein bizarres Videokunst-Projekt. Da läuft ein Mann, und neben ihm fährt, ganz alleine, sein Fahrrad. Ein paar Sekunden später sieht man das Fahrrad von hinten. Wie ein Haustier scheint es seinem Herrchen zu folgen. So sehr sich die Frage aufdrängt, warum der Mann sich nicht einfach auf sein Fahrrad setzt, so sehr staunt man über die Technik, die das möglich macht.

Zugrunde liegt nach Angaben chinesischer Wissenschaftler eine neuartige Kombination von Mikrochips, die verschiedene Formen künstlicher Intelligenz kombiniert. Der eine Chipsatz verfolgt einen neurowissenschaftlichen Ansatz, so die Autoren von der Tsinghua-Universität in Peking, und ahmt das Gehirn nach, der andere arbeitet eher computerwissenschaftlich mit Algorithmen des maschinellen Lernens.

Das versetzt das Fahrrad nicht nur in die Lage, autonom zu fahren. Es reagiert auch auf Sprachbefehle, kann Personen erkennen und Hindernissen ausweichen. Die Ergebnisse wurden an diesem Donnerstag im Fachjournal Nature publiziert. "Die Aufgabe, das Fahrrad zu steuern, ist ein komplexes Ingenieursproblem", kommentiert der Experte für Maschinelles Lernen von der TU Berlin, Klaus-Robert Müller. Die Entwicklung sei sehr beeindruckend und passe gut in die Bedürfnisse unserer Zeit. Der "Tianjic-Chip", passt nicht nur auf ein Fahrrad, er schluckt weniger als ein Prozent des Stroms bisheriger KI-Architekturen.

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