PhysikErster Transport von Antimaterie geglückt

In diesem Lkw wurden erstmals weltweit Antiprotonen transportiert.
In diesem Lkw wurden erstmals weltweit Antiprotonen transportiert. Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa
  • Am europäischen Kernforschungszentrum Cern ist erstmals weltweit Antimaterie auf einem Lkw transportiert worden - 92 Antiprotonen überstanden den Transport unbeschadet.
  • Der deutsche Physiker Stefan Ulmer und sein Team entwickelten einen speziellen Container mit Penning-Falle, der die Teilchen bei minus 268 Grad im Vakuum hält.
  • In einigen Jahren sollen Antiprotonen in deutsche Labore transportiert werden, um das Rätsel zu lösen, warum im Universum fast nur Materie existiert.
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92 Antiprotonen sind angekommen: Warum dieser Lkw-Trip am Cern der Startschuss zur Lösung eines der größten Rätsel des Universums sein könnte.

Am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf ist ein historischer Meilenstein geglückt: Erstmals weltweit wurde Antimaterie auf einem Lkw transportiert. Der deutsche Physiker Stefan Ulmer überwachte aus einem Auto im Konvoi hinter dem Lastwagen heraus die Messdaten - und konnte kurz nach halb elf Uhr feststellen: „Es hat alles geklappt, die Antiprotonen sind noch da.“

„Heute beginnt eine neue Epoche für Präzisionsmessungen“, sagte Ulmer. Die Champagnerkorken sollten erst knallen, wenn im Laufe des Tages nachgezählt ist, ob tatsächlich sämtliche 92 Antiprotonen am Ende noch in der eigens gebauten transportablen sogenannten Penning-Falle waren.

Der Lkw wird beladen: mit der Penning-Falle mit 92 Antiprotonen und einem supraleitenden Magneten, der die Teilchen in einem Vakuum bei minus 268 Grad hält.
Der Lkw wird beladen: mit der Penning-Falle mit 92 Antiprotonen und einem supraleitenden Magneten, der die Teilchen in einem Vakuum bei minus 268 Grad hält. Christiane Oelrich/dpa

Der Transport auf dem Cern-Gelände war der Beweis, dass der von Ulmer, Christian Smorra und ihrem Team konzipierte Container funktioniert. In einigen Jahren sollen Antiprotonen nun in Labore etwa in Düsseldorf, Hannover oder Heidelberg transportiert werden, um dort noch präzisere Messungen vorzunehmen als am Cern möglich.

Stefan Ulmer, Physiker am Cern, verkündet den Erfolg.
Stefan Ulmer, Physiker am Cern, verkündet den Erfolg. Christiane Oelrich/Christiane Oelrich/dpa

Fernziel ist, vielleicht eines der größten Rätsel der Teilchenphysik zu lösen: Warum gibt es einen riesigen Materie-Überschuss im Universum? Beim Urknall dürfte gleich viel Materie und Antimaterie entstanden sein. Bislang ist es in der Physik nicht gelungen zu erklären, warum die Antimaterie fast vollständig verschwunden ist.

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SZ PlusVon Marlene Weiß

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