bedeckt München 22°
vgwortpixel

Psychologie:Direkt vor ihren Augen

Mann auf Straße erschossen

Je mehr Leute Zeugen einer Notlage werden, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass einer hilft.

(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)

Es passiert immer wieder: Jemand befindet sich in Not - und die Menschen schauen zu, ohne zu helfen. Warum Zeugen untätig bleiben, wenn es darauf ankommt.

Jeder einzelne Fall löst Entsetzen aus. Jemand befindet sich in schwerer Not, aber seine Mitmenschen lassen ihn im Stich. Sie laufen vorbei, sie wenden ihre Blicke ab, sie bleiben untätig oder gaffen. Was hält Menschen davon ab, in Notsituationen Hilfe zu leisten, obwohl sich das Leid unmittelbar vor ihren Augen abspielt? Die psychologische Forschung zu diesem Thema entzündete sich an dem Entsetzen, das ein Mordfall am 13. März 1964 in New York ausgelöst hatte. Die 28-jährige Kitty Genovese wurde damals im Stadtteil Queens von einem Mann angegriffen. Der Gewalttäter rammte ihr ein Messer in den Rücken, vergewaltigte und ermordete Kitty Genovese. Die Frau schrie um ihr Leben, sie flehte um Hilfe. Die New York Times berichtete damals, dass zahlreiche Menschen das Verbrechen mitbekommen hätten und niemand eingeschritten sei. Der Bericht entpuppte sich zwar später als überzogen dramatisiert, doch ändert dies wohl nichts am grundsätzlichen Umstand: Es waren Zeugen anwesend, die hätten eingreifen können.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Onlinesport
Die große Chance für das Schach
Teaser image
Coronavirus
Krankheit Angst
Teaser image
Coronavirus
Testfall Deutschland
Teaser image
Narzissmus
"Er dressierte mich wie einen Hund"
Teaser image
Familie
"Auch Väter haben Wochenbett-Depressionen"
Zur SZ-Startseite