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Biorhythmus:Unruhige Nächte machen schlechte Laune

Schlafmedizinisches Zentrum

Mediziner der Johns Hopkins Universität in Baltimore haben herausgefunden, dass die Qualität des Schlafes wichtiger ist, als seine Dauer.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Selbst nach acht Stunden Schlaf ist es möglich, mit mieser Stimmung aufzustehen. Das haben Forscher in einem Experiment ermittelt.

Von Jan Hellmut Schwenkenbecher

Es ist durchaus möglich, selbst nach acht Stunden Schlaf müde und schlecht gelaunt zu sein. Für die Stimmung am nächsten Morgen ist nämlich die Qualität des Schlummers wichtiger als die reine Schlafdauer, wie Mediziner um Patrick Finan von der Johns Hopkins Universität in Baltimore im Fachblatt Sleep zeigen.

Die Wissenschaftler untersuchten 62 Männer und Frauen, die je drei Nächte im Labor der Universität schliefen. Nur einem Drittel der Teilnehmer wurde gestattet, die Testnächte entspannt durchzuschlafen. Die anderen Probanden wurden von den Forschern entweder lange wachgehalten oder achtmal pro Nacht aufgeweckt. Nach der ersten Nacht waren beide Gruppen, deren Schlaf gestört wurde, weniger gut gelaunt als die Versuchspersonen, die gemütlich schlummerten.

Nach der zweiten Nacht im Labor bemerkten die Wissenschaftler, dass auch die Art der Störung die Stimmung unterschiedlich stark beeinträchtigte. Die Laune der regelmäßig aus dem Schlaf gerissenen Versuchspersonen trübte sich deutlich stärker ein, als die der Teilnehmer, die erst spät einschlafen durften. Der Effekt nehme mit jeder unruhigen Nacht in Folge zu, so die Forscher.

Eine Erklärung liefern die physiologischen Parameter der Teilnehmer, die für die Studie gemessen wurden. "Wenn nachts der Schlaf gestört wird, hat man nicht die Möglichkeit, durch die Schlafphasen zu schreiten und so ausreichend Tiefschlaf zu bekommen, der entscheidend für das Erholungsgefühl ist", sagt der Erstautor der Studie Patrick Finan.

© SZ vom 02.11.2015
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