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Biologie:Beschwerliche Reise

Monarchfalter

Monarchfalter nutzen für ihren Wanderungen zur Orientierung nicht nur die Sonne, sondern auch einen magnetischen Kompass.

(Foto: dpa)

Bürger sollen helfen, den Grund für den Schwund des Amerikanischen Monarchfalters zu finden.

Jetzt ist er wieder unterwegs, der Amerikanische Monarchfalter. Die orange-schwarzen Schmetterlinge sind berühmt für ihre langen Wanderungen zwischen Winter- und Sommerquartier, auf denen sie bis zu 3600 Kilometer zurücklegen. Fast alle Tiere der sogenannten westlichen Population überwintern in einem 1000 Kilometer langen Gebiet an der Küste Kaliforniens. Im Sommer tauchen sie dann plötzlich im Central Valley und sogar in Idaho auf. Doch wo sind die Schmetterlinge in der Zeit dazwischen? Das wollen Entomologen verschiedener amerikanischer Universitäten jetzt mithilfe der amerikanischen Bürger herausfinden. Jeder, der einen Monarch sieht, soll ein Beweisfoto schießen und es mit Ort und Datum an die E-Mail-Adresse monarchmystery@wsu.edu schicken.

Die Forscher hoffen, auf diese Weise Hinweise zu bekommen, warum die Zahl der Tiere so abnimmt. In den 1980er-Jahren umfasste die westliche Population noch Millionen Falter. Im Jahr 2017 waren es nur noch 200 000, ein Jahr später dann 30 000. An den Bedingungen im Winterquartier liegt das nicht, so viel wissen die Wissenschaftler. Es muss also irgendetwas auf ihrer Reise passieren, das den Schmetterlingen zu schaffen macht. Diskutiert werden Pestizide und Klimawandel. Vielleicht trägt aber auch noch etwas anderes zum Schwund des Monarchs bei: Um die attraktiven Falter anzulocken, haben viele Insektenliebhaber tropische Seidenpflanzen in ihrem Garten. Diese Gewächse sind als eine Art Bakterien- und Virenschleuder für Insekten bekannt, weil sie ihre Blätter nicht abwerfen, sodass sich dort Krankheitserreger anreichern. Möglicherweise stecken sich an ihnen auch die Monarchfalter mit einer tödlichen Krankheit an.

© SZ vom 24.03.2020
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