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Aus Tierfilmen wird er gern herausgeschnitten: Der Moment, in dem eine Kreatur die andere umbringt. Dabei sind die Mordmethoden im Tierreich so vielfältig wie Fortpflanzung und Pflegeverhalten - zwölf Beispiele. Von Monika Offenberger

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Aus Tierfilmen wird er gern herausgeschnitten: Der Moment, in dem eine Kreatur die andere umbringt. Dabei sind die Mordmethoden im Tierreich so vielfältig wie Fortpflanzung und Pflegeverhalten - zwölf Beispiele. Von Monika Offenberger

1. Beißen

Robben können Pinguine mit einem einzigen Biss töten. Dabei werden lebenswichtige Körperteile durchtrennt, zermalmt, oder es wird dem Opfer eine tödlich große Wunde beigebracht. Der Testbiss eines Hais zum Beispiel kann ein anderes Lebewesen binnen Kurzem verbluten lassen. Wesentlich schneller und gezielter hingegen beißen Katzen ihre Opfer tot. Tiger, Löwen und Luchse brechen dem Beutetier häufig durch einen kräftigen Nackenbiss das Genick (siehe Methode 3), ihre Zähne durchtrennen die Halswirbel.

Auch Hauskatzen stoßen mit schnellen Kieferbewegungen ihre Eckzähne wie Keile zwischen die Halswirbel. Geparden hingegen, die nicht ganz so kraftvoll beißen können, packen bevorzugt die Gurgel und drücken ihren Opfern die Luft ab. Die Zähne von Mardern bohren sich ebenfalls von vorn in den Hals, allerdings mit dem Ziel, die Halsschlagader zu zerreißen. Diesen Todesbiss beherrschen auch viele Raubvögel.

(Foto: dpa)

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2. Lebendig fressen

Manchmal beginnen Gottesanbeterinnen während der Paarung, das deutlich kleinere Männchen vom Kopf her aufzufressen. Dieser sexuelle Kannibalismus ist im Tierreich selten und auch sein Zweck ist nicht vollständig geklärt. In anderen Tiergruppen wie bei Fischen, Schlangen, Waranen und Alligatoren dient Kannibalismus häufig dazu, potenzielle Sexkonkurrenten oder deren Kinder auszuschalten. Das vergrößert den eigenen Fortpflanzungserfolg und bedeutet nicht zwingend, dass die Opfer tatsächlich bei lebendigem Leib gefressen werden.

Anders ist dies zum Beispiel bei Hyänen, die auf die grausame Art einfach nur ihren Hunger stillen, wie Heribert Hofer, Leiter des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, einmal beobachtete. "Sie hatten schon die gesamte Leibeshöhle einer Büffelkuh ausgeräumt, Leber, Niere, Därme, als eine Gruppe Löwen sie attackierte", erzählt er. "Als die Hyänen mit den Löwen beschäftigt waren, stemmte sich die Kuh hoch, blieb stehen und ging sogar ein paar Schritte." Dann hatten die Hyänen die Löwen vertrieben, warfen die Kuh erneut um und fraßen weiter am lebenden Tier.

Auch Wildhundrudel tun so etwas - und sogar Schimpansen zerreißen von ihnen gestellte Kolobusaffen bei vollem Bewusstsein. Eine andere Form der Lebendnahrung genießen die Larven vieler Schlupfund Grabwespenarten. Deren Mütter lähmen Heuschrecken, Maden oder Raupen durch ein Gift. "Und wenn die Larve aus dem Ei geschlüpft ist, frisst sie das gelähmte Tier langsam auf", sagt Klaus Schönitzer von der Zoologischen Staatssammlung in München.

(Foto: dpa)

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3. Genick brechen

Als alternative Strategie zum tötenden Biss steht Löwen eine weitere Brachialmethode zur Verfügung: Sie drehen den Kopf des Opfers ruckartig nach hinten und brechen ihm dabei das Genick. Ein Mechanismus, den auch Katzen oder Hunde mit Killerinstinkt nutzen, wenn sie eine Ratte kräftig schütteln.

Braunbären erzielen bei Lämmern denselben Effekt mit einem Tatzenschlag. Sogar Singvögel wie etwa der Raubwürger brechen mit dem Schnabel kleineren Vögeln oder Mäusen das Genick - und spießen sie hinterher auf Dornen, um ihre Beute in Ruhe zerpflücken zu können. Die zweite Möglichkeit, durch das Zertrümmern von Knochen einem Leben ein Ende zu setzen, sind Schläge auf den Schädel. Eisbären wenden bei Robben genau diese Technik an. Meist genügt ein einziger Tatzenhieb eines Eisbären, um eine Robbe zur Strecke zu bringen.

(Foto: iStockphoto)

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4. Elektroschocken

Zitteraale und Zitterrochen können andere Fische und schlimmstenfalls auch Menschen mit Stromstößen lähmen oder umbringen. Das gelingt ihnen mithilfe von Muskelfasern, die nicht kontrahieren können, sondern zu plattenförmigen elektrischen Organen umgewandelt sind. Jede einzelne elektrische Platte erzeugt, sobald sie vom Nervenbotenstoff Acetylcholin erregt wird, nur eine geringe Spannung. Weil aber mehrere Tausend Elektroplatten in Serie geschaltet sind und gleichzeitig erregt werden, summiert sich ihre Spannung auf Werte von bis zu 1.000 Volt.

Zum Vergleich: Eine gewöhnliche Steckdose hat 220 Volt. Durch die parallele Anordnung der zahlreichen Elektroplatten bringen es die Zitterfische auf Stromstärken von einem Ampere, multipliziert mit der Spannung ergeben sich somit Leistungen, die an einen guten Tauchsieder heranreichen. Damit lassen sich kleinere Beutetiere sofort zur Strecke bringen und größere bewegungsunfähig machen.

Alexander von Humboldt musste einst zusehen, wie zwei seiner Pferde ertranken, nachdem sie durch Stromstöße von Zitteraalen gelähmt worden waren. Auch Zitterwelse haben ein äußerst wirksames, elektrisches Organ. Es hat sich aus Drüsenzellen der Haut entwickelt, funktioniert aber nach einem ganz ähnlichen Prinzip.

(Foto: dpa)

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5. Strangulieren

Zwar haben Chemiker vor ein paar Jahren entdeckt, dass nahezu alle Schlangen Giftdrüsen besitzen. Bei vielen der Tiere ist das Sekret aber wirkungslos. Um das Töten kommen Schlangen trotzdem nicht herum, weil keine der etwa 3.000 bekannten Arten vegetarisch lebt. Anakondas, Pythons und andere Würgeschlangen müssen ihre Beute daher auf mechanischem Weg umbringen. Sie ersticken das Opfer und schlingen es anschließend in einem Stück hinunter. Wie bei Krokodilen sorgt hoch konzentrierte Magensäure dafür, dass sich auch große Beutetiere nach wenigen Tagen auflösen.

Verteidigen können sich Tiere ebenfalls mit der Erstickermethode: Bienen zum Beispiel behelfen sich, wenn ihr Giftstachel einem angreifenden Tier nichts anhaben kann, mit einer solchen Technik. Alexandros Papachristoforou von der Aristoteles Universität in Thessaloniki hat beobachtet, wie Honigbienen einer Hornisse gleichsam die Nase zuhielten. Sie scharten sich mit ihren Körpern so eng um den Hinterleib des deutlich größeren Gegners, dass dessen Atemöffnungen (Tracheen) verschlossen wurden. Nach gut einer Stunde ging dem Angreifer für immer die Puste aus.

(Grüne Python-Schlange; Foto: dpa)

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6. Ertränken

Zupacken, unter Wasser ziehen und dort festhalten, bis die Luft ausgeht: Nach dieser Methode erledigen Krokodile vor allem größere Beutetiere. Gefressen wird oft erst ein paar Tage später, weil die Mahlzeit dann weicher und besser zu zerreißen ist. Und auch die Orcas, die Killerwale, ertränken ihre größeren Opfer bevorzugt.

Um zum Beispiel einen Blauwal zu erlegen, verbeißen sich mehrere Orcas in dessen Flossen. "Dann ziehen sie den Wal unter Wasser und halten ihn fest, bis er ertrunken ist", erzählt der Münchner Tierfilmer und Walexperte Wolfgang Tins. Zwischendurch tauchen die Orcas abwechselnd auf, um Luft zu holen.

(Foto: dpa)

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7. Verdauen

Viele wirbellose Tiere verdauen ihre Beute nicht im Magen, sondern außerhalb des Körpers: Sie pumpen Verdauungssäfte in ihr Opfer und saugen es aus, sobald sich sein Innenleben verflüssigt hat. So kommen Spinnen und viele Tausendfüßler zu ihrer Mahlzeit.

Seesterne schlürfen auf diese Weise Muscheln aus: Sie versuchen, die Schalen auseinanderzuziehen, während die Muschel versucht, dicht zu machen, erzählt der Münchener Zoologe Klaus Schönitzer. "Dann geht es darum, wer länger durchhält. Die Muschel kann nicht schnaufen, solange sie zu ist, verliert also irgendwann die Kondition." Der Seestern dagegen kann ungehindert Sauerstoff aus dem Meerwasser aufnehmen und hat den längeren Atem. Öffnet die Muschel sich einen Spalt, quetscht der Räuber seinen Magen dazwischen und spritzt Verdauungssaft hinein. "Ist der Schließmuskel der Muschel angedaut, verliert er seine Kraft und macht auf", sagt Schönitzer.

(Foto: iStockphoto)

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8. Kochen

Wer denkt, der Mensch hätte mit der Art und Weise, wie er Hummer zubereitet, das Töten durch Kochen erfunden, irrt. Bienen bevorzugen es zwar, Eindringlinge totzustechen. Wer aber, wie viele Käfer, mit einem harten Panzer gegen Stiche geschützt ist, muss den Hitzetod sterben: Die Bienen heizen ihm durch kollektives Muskelzittern dermaßen ein (sie kommen bis auf 44 Grad), dass er am Hitzekollaps stirbt.

Ein positiver Nebeneffekt für das Bienenvolk ist bei dieser Abwehrmethode, dass die kämpfenden Arbeiterinnen dem Stock danach weiter zur Verfügung stehen, anstatt zusammen mit ihrem Stachel auch ihr Leben zu lassen.

(Foto: dpa)

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9. Vergiften

Die Gartenkreuzspinne wartet, bis sich Insekten wie die Schwebfliege in ihrem Netz verfangen, dann injiziert sie der Beute durch ihre Kieferklauen ein lähmendes Gift. Zwar stirbt die Fliege nicht sofort an Vergiftung, sondern wird nach der Injektion durch ein Verdauungssekret zersetzt und anschließend gefressen (siehe Methode 7), doch die Lähmung ist ihr Todesurteil.

Auch viele Schlangen spritzen durch den Biss mit Giftzähnen ein lähmendes Sekret in ihre Opfer und fressen sie dann bei lebendigem Leib (siehe Methode 2). Viele tierische Giftmischungen bringen die Beute jedoch sofort um: Sie stirbt an Kreislaufschock, Herzstillstand oder Atemlähmung. Bekannt für ihr extrem wirksames Gift ist die Schwarze Mamba aus dem südlichen Afrika. Das weltweit giftigste Schlangentier jedoch ist der Inlandtaipan aus Australien, dessen Giftdosis pro Biss etwa 100 Menschen töten könnte. Warum die Evolution vor allem beinfreie Reptilien so verschwenderisch ausgestattet hat, weiß bisher niemand.

Potenziell tödliches Gift haben jedoch noch unzählige andere Tiere. Am bekanntesten dafür sind viele Spinnentiere,zu denen auch der Skorpion zählt. Er trägt das Gift in einer Blase an seinem stachelbewehrten Schwanz mit sich. Und die Liste der Giftmörder im Tierreich ließe sich beliebig weiter verlängern: um Würfelquallen, Conusschnecken und Oktopusse zum Beispiel. Manche können sogar noch töten, wenn sie selbst bereits das Zeitliche gesegnet haben. Wer etwa vom Kugelfisch den falschen Happen nimmt, stirbt an dessen Tetrodotoxin.

(Foto: dpa)

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10. Runterschlucken

Einfach runterschlucken - das ist eine der gängigsten Methoden, wie tierische Räuber mit ihrer Beute verfahren. So halten es Fledermäuse mit Motten, der Frosch mit der Fliege, der Storch mit dem Frosch und der Pelikan mit seiner Fischmahlzeit. Auch Schwalben verdrücken Mücken auf diese Weise. Ihr englischer Name "Swallow" bedeutet auch nichts anderes als schlucken.

Je größer das Maul des Jägers, desto mehr Beute findet darin Platz: Der Rachen eines Buckelwals zum Beispiel fasst an die 5.000 Liter. Die großen Meeressäuger treiben, ähnlich den Orcas, in Gruppen Schwärme von Heringen oder Sardinen eng zusammen. Bevor die kleinen Fische wieder auseinanderschwimmen, werden sie in eine Wand aus Blasen gesperrt.

"Buckelwale atmen normalerweise aus, bevor sie abtauchen", sagt der Münchner Walfilmer Wolfgang Tins, "doch zum Jagen nehmen die richtig viel Luft mit runter und ziehen ein Netz aus Luftblasen um den Schwarm. Für die Fische ist das wie eine Mauer, da trauen sie sich nicht durch." Die Wale tauchen von unten in die Wassersäule, schwimmen mit offenem Maul an die Oberfläche und schlürfen den kompletten Schwarm in sich hinein wie eine riesige, reichhaltige kalte Fischsuppe.

(Foto: dpa)

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11. Waffengewalt

Wem die Evolution das nötige Mordwerkzeug nicht gleich als Körperteil mitgegeben hat, kann sich zur Not auch eines besorgen. Der in Afrika verbreitete Schmutzgeier zum Beispiel ist bekannt für seine Bereitschaft zur Waffengewalt. Weil sein Schnabel nicht kräftig genug ist, um Straußeneier aufzubrechen, behilft er sich mit Steinen.

Die Schimpansen-Forscherin Jane Goodall hat die Geier einmal beobachtet und berichtet, sie nähmen einen großen Stein in den Schnabel und schleuderten ihn so oft auf das Ei, bis es zerbreche. Das dauert keine zehn Minuten und erfordert laut Goodall vier bis zwölf Würfe. Sind keine passenden Steine in der Nähe, schleppen die Vögel sie auch mal mehrere Kilometer weit im Schnabel heran.

Mit einer ähnlichen Technik gehen auch Fischotter zu Werke, um Krebse, Seeigel und Muscheln zu knacken. Besonders gern mögen sie das Fleisch von Meerohren, einer großen Schnecke, die am Meeresboden die Felsen abweidet. Um an die bis zu einem Kilogramm schweren Tiere heranzukommen, suchen Otter nach geeigneten Steinen und schlagen damit die dickwandigen Schneckenschalen entzwei. Und mit erbeuteten Muscheln verfährt der Otter ähnlich: "Dazu holt er sich einen flachen Stein vom Meeresboden, legt ihn auf seine Brust und zerschlägt darauf die Muschel, während er auf dem Rücken schwimmt. Er ist also ein Amboss-Benutzer", schreibt Peter-René Becker in seinem Buch zum "Werkzeuggebrauch im Tierreich".

Noch vielseitigere Werkzeugnutzer finden sich vor allem unter Orang-Utans und Schimpansen. Diese Menschenaffen gehen sogar einen Schritt weiter und suchen sich nicht nur geeignete Hilfsmittel zusammen, sondern stellen gezielt welche her - häufig zum Töten. Eine Forschergruppe um Jill Pruetz von der amerikanischen Iowa State University in Ames berichtete Anfang des Jahres von den Praktiken eines Schimpansenvolks in Senegal: Die Weibchen, seltener auch Männchen, brechen einen Ast vom Baum, entfernen die Seitenäste und spitzen dann ein Ende mit den Schneidezähnen an.

Mit dieser selbst geschnitzten Lanze machen die Primaten Jagd auf Buschbabys, eine kleine Halbaffenart. Sie spüren ihre Opfer in deren Schlafhöhlen auf und rammen ihnen die Speere mehrmals hintereinander kräftig von oben in den Leib.

(Foto: dpa)

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12. Schießen

Einige Reptilien harpunieren ihre Beute mit langen Zungen. Am bekanntesten dafür sind Chamäleons, die absolut zielgenau schießen und deren Zunge bis zu 1,3-mal so lang wie der Körper sein kann. Nur Schützenfische holen sich ihre Beute mit einer noch kurioseren Schusstechnik. Sie zielen mit einem Wasserstrahl auf Fliegen, sodass die von der Ufervegetation aufs Wasser fallen und dort aufgelesen werden können. Ausgewachsene Schützenfische treffen mit der Spritzpistolenmethode 1,5 Meter entfernte Ziele. Erfolgsquote: 70 Prozent, jedenfalls im Aquarium.

(Foto: ddp)

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Orcas - Mörderische Multitalente

Killerwale verstehen sich besonders gut aufs Töten. Für jede Beute haben die Orcas eine passende Technik, oft sogar mehrere:

Heringe töten sie nach Art der Dynamitfischer. Schnelle Schläge der Schwanzflosse erzeugen fußballgroße "Kavitationsblasen" unter Wasser, die sofort implodieren. Der Effekt ist ähnlich verheerend wie eine Sprengstoffexplosion: Die schnellen Druckveränderungen lassen Schwimmblasen und Bäuche der Beutefische platzen. Vorher umkreisen Orcas einen Schwarm und drängen so viele Heringe an einem Ort zusammen.

Robben werden einfach totgebissen. Die Jagdmethoden, die dem vorausgehen, sind allerdings deutlich komplexer: Ein hunderttausendfach angeklicktes Youtube-Video zeigt, wie drei Orcas nebeneinander vor einer Eisscholle abtauchen und so eine Welle erzeugen, die eine auf der Scholle liegende Robbe herunterspült.

Pinguine werden erlegt, indem die Eisscholle angehoben und das Geflügel per Eisrutsche direkt in ein Walmaul befördert wird. Im freien Wasser umzingeln mehrere Orcas die Robben oder Pinguine und schneiden ihnen den Fluchtweg ab. Dann schlagen sie auf Kommando gleichzeitig zu.

Delfine erledigt die Orca-Meute auf ähnliche Weise. Das Signal zum Zuschlagen erfolgt aber per Blickkontakt. Denn den Ultraschall, mit dem sich Orcas bei der Robbenjagd koordinieren, können Delfine hören.

Für Robbenbabys, die gerade erste Plantschversuche machen, kommen Killerwale auch bis an den Strand, um sie im flachen Wasser zu schnappen und totzubeißen.

Selbst Blauwale können Orcas zum Opfer fallen. "Orcas versuchen, in deren Mund zu kommen und Stücke aus der Zunge zu reißen", sagt der Münchener Tierfilmer Wolfgang Tins. "Weil das extrem stark blutet, sterben die großen Bartenwale sehr schnell." Wenn das nicht klappt, bleibt noch eine Alternative (siehe Methode 6: Ertränken).

(Foto: AP)

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Töten aus Langeweile

Normalerweise töten Tiere, um sich oder den Nachwuchs zu verteidigen oder an eine Mahlzeit zu kommen. Doch gelegentlich fehlt Evolutionsbiologen eine solche Erklärung für das animalische Töten. Hyänen zum Beispiel steigern sich gelegentlich in einen Blutrausch hinein und erlegen viel mehr Tiere, als sie fressen können. Und wer auf dem Land aufgewachsen ist, wird sich vielleicht an die Geschichten von Füchsen oder Mardern erinnern, die ganze Hühnerställe voller Kadaver hinterließen und nur ein Stück Geflügel mitnahmen. Auch Delfine, die als besonders "menschlich" romantisiert werden, scheinen oft aus purer Langeweile zu töten: Große Tümmler wurden dabei beobachtet, wie sie Schweinswale als Fuß- beziehungsweise Flossenbälle benutzten und die kleinen Verwandten zu Tode kickten. Im Duisburger Delfinarium brachten Delfine mehrere Karettschildkröten um. Warum, weiß niemand.

(Foto: dpa)

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